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Lehr- und Lernziele didaktisch einordnen

Lernziele drücken Überlegungen und Entscheidungen dazu aus, was Lernende aus einer Veranstaltung mitnehmen sollen. Sie sollen klar benennen, welche fachlichen, methodischen oder handlungsorientierten Kompetenzen die Lernenden am Ende des Lernprozesses erreicht haben sollen. Idealerweise werden sie somit aus Perspektive von Dozierenden zu deren Lehrzielen und bilden den zentralen Ausgangspunkt für die Lehrplanung nach dem Prinzip des Constructive Alignment (vgl. Biggs, Tang & Kennedy, 2022).

Lernziele entwickeln vs. Lerninhalte auswählen

Traditionell orientieren sich Lernziele am Inhalt der Veranstaltung und sequenzieren diesen dann in mehrere Teilziele, die im Verlauf einer Veranstaltung nacheinander – leider oft unverbunden – abgehandelt werden. Dieses Vorgehen unterstützt jedoch lediglich oberflächliches Kennenlernen der Inhalte und ermöglicht bestenfalls ein Verstehen und Erinnern des Gelernten. Beim Lernen geht es aber nicht nur um die Aneignung von Wissen, sondern auch darum, welche Denkweisen und praktischen Fähigkeiten Lernende erwerben können. D.h., erst wenn wir wissen, was die Lernenden lernen sollen, können wir die passenden Inhalte ableiten.

Lernziele auf verschiedenen Ebenen

Lernziele beziehen sich auf verschiedene Ebenen der Lehrplanung. Übergeordnete Richtziele, wie sie in den Rahmenlehrplänen einer Hochschule stehen, definieren die Ausrichtung des gesamten Studiengangs. In den Curricula der Fakultäten bzw. Fachbereiche finden sich Grobziele für Module, die sich an den Richtzielen orientieren. Feinziele formulieren Dozierende für ihre Lehrveranstaltung oder bestimmte Lehr-Lerneinheiten bis hin zu einzelnen Lektionen bzw. Veranstaltungsterminen. Sie beziehen sich auf in einer thematischen Einheit zu erwerbendes Wissen und Können und spezifizieren, präzisieren und konkretisieren die Groblernziele.

Beispiel Lea

Leas Lehrveranstaltung ist in die übergeordneten Ziele des Studiengangs an der Pädagogischen Hochschule eingebettet. Ein entsprechendes Modulziel kann vorsehen, dass die Studierenden Lehrangebote für die Volksschule didaktisch begründet planen und reflektieren. Für ihre Lehrveranstaltung konkretisiert Lea dieses Grobziel. Die Studierenden sollen einen Unterrichtsentwurf anhand didaktischer Kriterien analysieren und weiterentwickeln. Für eine einzelne Lehreinheit formuliert sie daraus ein Feinziel, zum Beispiel: Die Studierenden können die Lernziele eines Unterrichtsentwurfs prüfen und begründete Verbesserungsvorschläge formulieren.

So wird sichtbar, wie übergeordnete Ziele schrittweise für ein Modul, eine Lehrveranstaltung und einzelne Lehreinheiten konkretisiert werden.