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Lehre didaktisch planen und Lernformate wählen

Bei der didaktischen Planung werden Ziele, Inhalte, Lernaktivitäten, Lernorganisation und digitale Werkzeuge aufeinander abgestimmt. Dabei ist auch zu entscheiden, in welchem Lernformat die Lehrveranstaltung stattfindet. Präsenzphasen, synchrone Onlinephasen und asynchrone Selbstlernphasen können unterschiedlich miteinander verbunden werden.

Ausgangspunkt sind stets die Lernziele und die Frage, welche Lernerfahrungen den Studierenden ermöglicht werden sollen.

Auswahl der Inhalte

Eine zentrale, im didaktischen Design jedoch oft wenig beachtete Frage ist, wie aus den Lernzielen passende Inhalte abgeleitet werden. Wissen, Können und Kompetenzen sind immer an Inhalte gebunden. Da sowohl die verfügbare Zeit in der Lehrveranstaltung als auch der Umfang des Selbststudiums begrenzt sind, ist eine sorgfältige Auswahl notwendig.

Mögliche Strategien für die Auswahl von Inhalten sind:

  • Bedarfsanalysen, zum Beispiel im Hinblick auf berufliche Anforderungen
  • exemplarisches Vorgehen, etwa durch didaktische Analysen
  • Vorgaben durch Studienpläne und Curricula

Werden Inhalte nicht auf die Lernziele bezogen, entsteht ein Informationsangebot ohne klare Lernorientierung.

Lernaktivitäten und Kommunikation gestalten

Ausgehend von den Lernzielen, den Rahmenbedingungen und den ausgewählten Inhalten ist zu entscheiden, wie die Studierenden lernen sollen.

Dabei stellen sich unter anderem folgende Fragen:

  • Wie werden die Inhalte präsentiert und erschlossen?
  • Wie werden die Studierenden durch geeignete Aufgaben aktiviert?
  • Wie können sie Wissen anwenden, diskutieren und reflektieren?
  • Wie wird die Kommunikation zwischen Lehrenden und Studierenden sowie innerhalb der Lerngruppen gestaltet?

Ein Entwurf für eine Lehrveranstaltung oder ein Lernangebot umfasst in der Regel folgende Bestandteile:

  1. Definition der Lernziele
  2. Auswahl und Strukturierung der Inhalte
  3. Planung der Lernaktivitäten
  4. Gestaltung von Kommunikation und Lernbegleitung
  5. Festlegung des Lernformats und der Lernorganisation
  6. Beschreibung des Ablaufs und der Abfolge der einzelnen Elemente

Lernformate und Lernorganisation

Ein Lernformat beschreibt, in welcher grundlegenden Form eine Lehrveranstaltung gestaltet wird. Sie kann vollständig in Präsenz, vollständig online oder als Verbindung von Präsenzphasen und Onlinephasen stattfinden.

Innerhalb des gewählten Lernformats wird die Lernorganisation konkretisiert. Dabei ist zu entscheiden, wie das Lernen räumlich, zeitlich und sozial strukturiert wird.

Zentrale Fragen sind:

  • Welche Lernaktivitäten erfordern ein synchrones Setting?
  • Welche Aufgaben können asynchron bearbeitet werden?
  • Wann ist physische Präsenz am Campus sinnvoll?
  • Wann bieten virtuelle Formate einen Mehrwert?
  • Welche Aufgaben werden individuell und welche gemeinsam bearbeitet?

Eine ausschliesslich synchrone Gestaltung, ob am Campus oder online, kann die Möglichkeiten für selbstständiges und zeitlich flexibles Lernen einschränken. Eine ausschliesslich asynchrone Gestaltung kann wiederum dazu führen, dass Gelegenheiten für Austausch, Rückfragen und gemeinsame Vertiefung fehlen.

Entscheidend ist deshalb nicht, möglichst viele Formate zu kombinieren. Die einzelnen Phasen sollten unterschiedliche Funktionen übernehmen und sinnvoll aufeinander Bezug nehmen.

Organisatorische und technische Rahmenbedingungen

Neben den didaktischen Entscheidungen sind organisatorische und technische Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. Dazu gehören die Verfügbarkeit von Räumen, digitalen Plattformen und geeigneten Geräten.

Im Vordergrund steht weiterhin die Frage:

Welche Ziele, Inhalte und Lernerfahrungen sollen ermöglicht werden?

Für viele Lernangebote genügen die hochschuleigene Lernplattform und ein Kommunikationswerkzeug oder Videokonferenzsystem. Zusätzliche Werkzeuge wie Abstimmungstools, digitale Pinnwände oder Whiteboards sollten gezielt eingesetzt werden. Dabei sind Datenschutz, Zugänglichkeit und der tatsächliche didaktische Mehrwert zu berücksichtigen.

Die Auswahl der Technik ist kein Selbstzweck. Sie ergibt sich aus den Anforderungen der didaktischen Planung.

Perspektive der Teilnehmenden

Bei der Planung sind auch die Bedürfnisse und Möglichkeiten der Studierenden oder Weiterbildungsteilnehmenden einzubeziehen. Individuelle Rahmenbedingungen können beispielsweise die Teilnahme an längeren Onlineveranstaltungen erschweren. Dazu gehören Betreuungspflichten, berufliche Verpflichtungen, die technische Ausstattung oder eine ungeeignete Lernumgebung zu Hause.

Kurze Umfragen zu Beginn einer Lehrveranstaltung können helfen, die Voraussetzungen der Teilnehmenden kennenzulernen. Auf dieser Grundlage lassen sich das Lernformat und die Lernorganisation so gestalten, dass sie sowohl den fachlichen Zielen als auch den Lebenssituationen der Studierenden möglichst gut entsprechen.

Beispiel Lea

Leas Studierende sollen einen Unterrichtsentwurf für die Volksschule anhand didaktischer Kriterien analysieren und weiterentwickeln.

Zur Vorbereitung bearbeiten sie asynchron einen kurzen Lernauftrag auf der Lernplattform. Sie lesen die Kriterien und analysieren einen Unterrichtsentwurf zunächst selbstständig. Dadurch können sie im eigenen Tempo arbeiten und erste Beobachtungen festhalten.

In der Präsenzveranstaltung vergleichen die Studierenden ihre Einschätzungen in Kleingruppen. Sie diskutieren unterschiedliche Sichtweisen und entwickeln begründete Verbesserungsvorschläge. Für diese Phase ist die gemeinsame Arbeit am Campus sinnvoll, da Rückfragen und fachliche Diskussionen unmittelbar möglich sind.

Anschliessend überarbeiten die Gruppen den Unterrichtsentwurf in einem gemeinsamen digitalen Dokument. Bei Bedarf bietet Lea kurze Onlinebesprechungen an. Die Ergebnisse werden zum Abschluss in der Lehrveranstaltung präsentiert und gemeinsam reflektiert.

Das Lernformat ergibt sich damit aus den Funktionen der einzelnen Lernphasen. Die asynchrone Vorbereitung ermöglicht eine individuelle Auseinandersetzung, die Präsenzphase unterstützt den fachlichen Austausch und die digitale Zusammenarbeit erleichtert die gemeinsame Überarbeitung.