Digitales didaktisches Design verlangt, dass digitale Elemente nicht als Zusatz, sondern als integraler Bestandteil der Lehre verstanden werden. Digitale Werkzeuge, Plattformen und Lernformate entfalten ihre Wirkung nur, wenn sie in eine klare didaktische Struktur eingebettet sind. Entscheidend ist nicht die Technik, sondern ihre Funktion im Lernprozess.
Zur Beschreibung dieser Struktur eignet sich das didaktische Sandwich nach Diethelm Wahl. Es bietet ein einfaches, zugleich theoretisch fundiertes Modell, um Lehr-Lernprozesse systematisch zu planen und digitale Formate gezielt zu integrieren. Das Modell gliedert eine Lerneinheit in drei aufeinander bezogene Phasen: Einstieg, Erarbeitung und Sicherung. Jede Phase erfüllt eine eigene didaktische Funktion im Gesamtprozess.

Durch diese Struktur wird sichtbar, wie digitale und analoge Aktivitäten miteinander verbunden werden können, um ein kohärentes Lernarrangement zu schaffen.
Das didaktische Sandwich nach Diethelm Wahl beschreibt den systematischen Aufbau von Lehr-Lernsequenzen als Abfolge von Einstiegs-, Erarbeitungs- und Sicherungsphasen. Es dient der Strukturierung von Lernprozessen und der Integration unterschiedlicher Lernaktivitäten. Digitale Lehrformen lassen sich gezielt in diese Struktur einbetten, um Lernwirksamkeit und Kohärenz zu sichern.
| Phase | Didaktische Funktion | Typische Aktivitäten | Digitale Möglichkeiten |
| Einstieg | Aktivierung von Vorwissen, Orientierung, Motivation | Themen einführen, Lernziele klären, Vorwissen aktivieren, Interesse wecken | Kurze Videos, Umfragen, Forenbeiträge, interaktive Präsentationen |
| Erarbeitung | Aktive Auseinandersetzung mit Inhalten, Aufbau von Wissen und Fähigkeiten | Aufgaben bearbeiten, Inhalte anwenden, Zusammenhänge erkennen, Probleme lösen | Kollaborative Tools, Simulationen, Lernmodule, digitale Arbeitsräume, interaktive Aufgaben |
| Sicherung | Konsolidierung und Transfer des Gelernten | Ergebnisse reflektieren, Wissen prüfen, Erkenntnisse verknüpfen | Peer-Feedback, Online-Tests, Portfolios, Reflexionsforen, automatisierte Rückmeldungen |
Das didaktische Sandwich stellt damit eine Planungslogik bereit, die digitale und analoge Lernprozesse integriert. Jede Phase verlangt unterschiedliche Formen der Aktivierung und Betreuung. Durch die bewusste Gestaltung dieser Sequenz wird vermieden, dass digitale Elemente isoliert bleiben oder nur additiv eingesetzt werden. Integration bedeutet hier, dass alle Komponenten auf gemeinsame Lernziele ausgerichtet und methodisch verbunden sind.
Methoden
Methoden sind das operative Instrument didaktischer Planung. Sie bestimmen, wie Lernende mit Inhalten und Aufgaben arbeiten und wie Lehrende Lernprozesse strukturieren und begleiten. Die methodische Gestaltung übersetzt Lernziele in konkrete Lernhandlungen und legt fest, welche Formen der Aktivierung, Zusammenarbeit und Reflexion stattfinden.
In digitalen und hybriden Lehrsettings richtet sich die Methodenwahl nach der Funktion der jeweiligen Lernphase und nach dem Grad der Eigenaktivität der Lernenden. Entscheidend ist die Passung zwischen Ziel, Inhalt und Methode, nicht die technische Vielfalt. Methoden steuern Aufmerksamkeit, fördern Interaktion und sichern nachhaltiges Lernen.
Im Folgenden werden exemplarische Methoden für die drei Phasen einer Lerneinheit dargestellt. Sie kombinieren analoge und digitale Formen und zeigen, wie unterschiedliche Lernaktivitäten systematisch aufeinander aufbauen.
Einstieg – Aktivierung und Orientierung
Ziel ist die Herstellung kognitiver und motivationaler Anschlussfähigkeit. Methoden sollten Vorwissen aktivieren, Lernziele klären und das Thema kontextualisieren.
Beispiele:
Brainstorming oder Concept Mapping (z. B. über digitale Whiteboards)
- Kurze Impulsvideos oder Mikrovorträge
- Einstiegsquiz oder Wortwolken zur Wissensabfrage
- Diskussionsanregung im Forum oder Chat
- Analyse von Praxisbeispielen oder Fallvignetten
Erarbeitung – Auseinandersetzung und Vertiefung
Ziel ist der Aufbau, die Anwendung und Vernetzung von Wissen. Methoden fördern eigenständiges und kooperatives Arbeiten sowie den Wechsel zwischen rezeptiven, aktiven, konstruktiven und interaktiven Lernhandlungen.
Beispiele:
- Gruppenaufgaben in kollaborativen Dokumenten oder Wikis
- Analyse- oder Transferaufgaben mit Leitfragen
- Fallbearbeitung, Planspiele, Simulationen
- Erstellung von Lernprodukten (Poster, Präsentationen, Tutorials)
- Arbeit mit Lernmodulen, Videos oder Selbsttests
Sicherung – Konsolidierung und Transfer
Ziel ist die Festigung, Bewertung und Integration des Erarbeiteten in bestehendes Wissen. Methoden sollten Reflexion und Feedback unterstützen und Anlässe zur Überprüfung des Verständnisses bieten.
Beispiele:
- Peer-Feedback auf Lernprodukte
- Online-Tests oder Kurzprüfungen
- Lernjournale, Reflexionsaufgaben oder Portfolios
- Gemeinsame Ergebnispräsentationen
- Diskussionsrunden mit Rückbezug auf Lernziele