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  1. Einleitung
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  2. C | Lernbegleitung
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Die Rolle der Lehrperson reflektieren

Als Lehrperson nimmst du unterschiedliche Rollen ein. Thomann (2019) zeigt in seinem sog. «Rollenstrauss» die Vielfalt an Aufgaben auf, mit denen du in deiner Lehrtätigkeit zu tun hast. Heller Andrist (2023) hat dies zu einem Karussell weiterentwickelt, da je nach aktueller Aufgabe in der Lehre unterschiedliche Rollen eingenommen werden bzw. im Vordergrund stehen (siehe Abbildung «Das Rollenkarussell»). Besonders herausfordernd ist dabei der Wechsel zwischen Begleiten und Beurteilen.

Nicht nur bei diesem Wechsel ist es sinnvoll, zum einen den Rollenwechsel deutlich zu machen und auch bei den Studierenden zu thematisieren. Zum anderen solltest du auch überlegen, wie du die unterschiedlichen Rollen für dich ausgestalten möchtest.

Das «Rollenkarussell» (gemäss Thomann, 2019)

Was macht nun speziell die Rolle des/der Lernbegleiter:in aus?

Neben der klassischen Lehrenden-Rolle als Wissensvermittler:in sind hier vor allem die Rollen als Coach, Berater:in und Moderator:in von zentraler Bedeutung, die sich in einem Koordinatensystem zwischen Begleiten und Bewerten abbilden lassen:

Zentrale Aspekte der Rolle «Lernbegleiter:in» (eigene Darstellung)
  • Coach
    Fördert individuelle Entwicklung, begleitet Lernprozesse aktiv und unterstützt Selbstreflexion.
  • Berater:in
    Gibt gezielte Hinweise, hilft bei Entscheidungen und unterstützt bei der Anpassung von Lernstrategien.
  • Moderator:in
    Steuert Diskussionen, sorgt für Struktur und ermöglicht konstruktiven Austausch.
  • Wissensvermittler:in
    Bereitet Inhalte klar und verständlich auf, legt den Fokus auf Wissenstransfer, Rückmeldung und sinnvolle Bewertung.

Die Bedeutung von Lernbegleitung spielt insbesondere auch in digitalen Lernsettings und der damit verbundenen Möglichkeiten der Individualisierung von Lernprozessen eine besonders grosse Rolle. Insbesondere die Aspekte jenseits der Wissensvermittlung gewinnen an Bedeutung, da die Studierenden bei der – selbständigen – Aneignung, der Verarbeitung und der Anwendung von Wissen eher unterstützt werden müssen, als dass man ihnen das Wissen «fertig aufbereitet» präsentiert.

Bei der Unterstützung von Studierenden überlegst du dir, wo deine Grenzen sind. Gerade der Aspekt des Unterstützens als Coach und Berater:in bedeutet nämlich nicht, dass du für alle Lebensbereiche und Probleme deiner Studierenden zuständig bist. Auch hier kann es sinnvoll sein, sich darüber mit den Studierenden auszutauschen, ggf. Grenzen deutlich zu machen und sie z. B. bei persönlichen Problemen an entsprechende Stellen an deiner Hochschule zu verweisen.

Zum Überlegen

  • Welche unterschiedlichen Rollen nehme ich als Lehrende:r ein?
  • Welche Rollen finde ich gut, welche weniger?
  • Welchen Interpretations- bzw. Handlungsspielraum habe ich bei der Ausgestaltung dieser Rollen?
  • Was möchte ich ausbauen, was einschränken? Welches Rollenspektrum strebe ich an?

Notiere gegebenenfalls Stichworte, damit du mit jemandem diskutieren kannst.

Abschliessend findest du hier eine Checkliste zur effektiven Lernbegleitung.

Checkliste: 5 Schritte zur effektiven Lernbegleitung
  1. Standortbestimmung ermöglichen
    • Nutze formatives Feedback und kurze Reflexionsphasen, um den Lernstand sichtbar zu machen.
  2. Feedback in alle Richtungen
    • Plane Feedback von dir an die Studierenden, Peer-Feedback untereinander und Rückmeldungen an dich zur Verbesserung des Designs.
  3. Peer-Support aktiv fördern
    • Schaffe Räume für Austausch (z. B. Foren, Gruppenarbeiten), um kollaboratives Lernen zu stärken.
  4. Sinnvolle Aufgaben für Selbstlernphasen
    • Gestalte klare, zielführende Aufgaben, die eigenständiges Arbeiten unterstützen.
  5. Rolle bewusst gestalten
    • Sei Coach, Moderator:in und Berater:in – und achte auf die Balance zwischen Begleiten und Bewerten.