Lernaktivitäten
Lernaktivitäten bzw. Aufgaben sind das Herzstück des Lernens. Sie orientieren sich an den angestrebten Lernzielen und bestimmen, wie Inhalte vermittelt, vertieft und überprüft werden. Art, Umfang und Betreuung von Aufgaben spiegeln somit die didaktischen Ziele wider.
Lern-, Förder- und Diagnoseaufgaben unterstützen den Aufbau von Wissen, Fähigkeiten und Kompetenzen. Sie aktivieren die Lernenden, regen zur Auseinandersetzung mit Inhalten an und geben Orientierung im Lernprozess. Fehler sind hier ausdrücklich willkommen, da sie wichtige Lernanlässe darstellen. Lernaufgaben sollten nicht nur fachlich fordern, sondern nach Möglichkeit auch Motivation und Interesse wecken.
Leistungsaufgaben dienen dagegen der überprüfbaren Darstellung erworbener Kompetenzen. Eine klare Unterscheidung ist entscheidend: In Lernsituationen geht es um Verstehen, Ausprobieren und Schliessen von Lücken, während in Leistungssituationen das Erzielen von Ergebnissen im Vordergrund steht. Die Haltung der Lernenden ist in beiden Situationen grundverschieden.
Auch in Online-Formaten sind Aufgaben unverzichtbar. Automatisierte Fragen, kurze Tests oder interaktive Lernmodule fördern das Verständnis und sichern den Lernerfolg. Ohne begleitende Aufgaben bleibt digitale Lehre oft bei reiner Inhaltsvermittlung, was zu oberflächlichem Lernen und schnellem Vergessen führt. Aufgaben müssen deshalb bereits früh im Lernprozess ansetzen, um eine aktive Auseinandersetzung und nachhaltige Kompetenzentwicklung zu ermöglichen.
Virtualisierungsgrad
Lehrplanung gemäss dem digitalen didaktischen Design unterscheiden sich vor allem durch die Intensität und Funktion des Online-Anteils innerhalb einer Lehrveranstaltung. Lehrende sollten sich daher bewusst entscheiden, ob
- die Präsenzlehre unverändert bestehen bleibt,
- Online-Phasen als freiwilliges Zusatzangebot genutzt werden oder
- Online-Phasen einen verbindlichen Bestandteil der gesamten Veranstaltung bilden.
Unter Anreicherung versteht man die Ergänzung der Präsenzlehre durch digitale Materialien sowie durch Kommunikations- und Kooperationsmedien.
Von Integration spricht man, wenn Online- und Präsenzphasen gezielt miteinander kombiniert und aufeinander abgestimmt werden. Die Online-Anteile sind dabei ein zentraler Bestandteil des Lernangebots.
Eine vollständige Virtualisierung liegt vor, wenn Präsenzveranstaltungen vollständig durch digitale Formate ersetzt werden.

Virtualisierungsgrad (gemäss Bremer o. J., eigene Darstellung)
Dimensionen «Ort» und «Zeit»
Lehre und Zusammenarbeit lassen sich anhand der Dimensionen Ort und Zeit beschreiben. Der Lernort kann physisch oder virtuell sein. Hinsichtlich der Zeit unterscheidet man zwischen synchronen Formaten, in denen Wissenserwerb und Kommunikation gleichzeitig stattfinden, und asynchronen Formaten, bei denen diese Prozesse zeitversetzt erfolgen.

Ausgehend von diesen Dimensionen findet Präsenzlehre am Campus der Hochschule statt, also physisch vor Ort und zeitlich synchron. Ein Online-Meeting über Teams oder Zoom ist ebenfalls synchron, jedoch virtuell.
Werden Materialien wie PDFs, vertonte Präsentationen, Videos oder Lernmodule auf der Lernplattform bereitgestellt, erfolgt der Wissenserwerb virtuell und asynchron. Das Selbststudium kann zudem durch kooperative Elemente ergänzt werden, bei denen sich Studierende synchron treffen, entweder virtuell oder vor Ort. Zwischen diesen Ausprägungen sind viele Mischformen von Lernsettings möglich.
Welches Lernsetting wofür?
Die folgenden Kriterien bieten Orientierung, wann der Einsatz von Räumlichkeiten am Campus besonders sinnvoll ist. Viele Situationen oder Inhalte profitieren von physischer Co-Präsenz, können jedoch auch in Online-Meetings umgesetzt werden.

