B4 | Medienpädagogische Grundhaltungen – digibasics
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Prototyp zur Erprobung

B4 | Medienpädagogische Grundhaltungen

Frida hat eine klare Haltung gegenüber Janas Mediennutzung. Aus ihren Gedanken und Aussagen geht hervor, dass sie bestimmten Medien gegenüber eher negativ eingestellt ist, Medieninhalte aus ihrer Kindheit für deutlich besser und eine eingeschränktere Mediennutzung für pädagogisch wertvoller hält. Hier ist Frida sicher nicht allein. 

Seit Anbeginn der Kulturgeschichte gab es immer unterschiedliche Haltungen, mit denen Menschen neuen Entwicklungen gegenüberstanden. Besonders auch mit Blick auf mediale Entwicklungen und ihren möglichen negativen Einfluss auf die psychosoziale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.  

Der Schweizer Medienpsychologe Daniel Süss beschreibt hier drei unterschiedliche Grundhaltungen, welche sich vor allem auch dann zeigen, wenn es um Erziehungsfragen und die pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen geht. 

Kulturpessimistische Haltung 

  • lange Tradition (seit Anbeginn der Mediengeschichte) 
  • Medien gefährden Entwicklung von Heranwachsenden 
  • bewahrpädagogische Tendenz (schützen vor negativen Einflüssen) 
  • Medien haben per se negativen Einfluss 

 Medieneuphorische Haltung 

  • vor allem in Bezug auf digitale Medien und Internet 
  • Fokus auf Vorteile und Potenziale von (digitalen) Medien für die Entwicklung von Heranwachsenden, vor allem auch für das Lernen 
  • Risiken rücken tendenziell in den Hintergrund 

 Kritisch-optimistische Haltung

  • Menschen haben aktive Rolle bei Mediennutzung 
  • Medien als Ergänzungen für Primärerfahrungen 
  • reichhaltiges, anregungsreiches Umfeld ist wichtig (analog und digital) 
  • Medienkompetenz für mündige Teilhabe an digitaler Welt fördern und schützen 

Aufgabe

Aussagen zuordnen (normative Positionen):

Versuche, die einzelnen Aussagen den unterschiedlichen Grundhaltungen (kulturpessimistisch, medieneuphorisch, kritisch-optimistisch) zuzuordnen.

Transkript

Aussagen:

  • «Mit Whiteboards wird der Unterricht besser!»
  • «Die Schüler:innen verbringen schon genug Zeit am Smartphone, da soll Schule ein medienfreier Raum sein.»
  • «Medien können eine wichtige Rolle spielen, um sich in der Welt zu orientieren.»
  • «Die junge Generation verwahrlost doch an ihren digitalen Geräten.»
  • «Wer nicht auf digitale Plattformen und Tablets setzt, kann keinen guten Unterricht machen.»
  • «Kinder und Jugendliche suchen sich aktiv und nach eigenen Bedürfnissen Medieninhalte aus.»
  • «Computerspiele gehören verboten.»