B8 | Gewalt und Medien – digibasics
Version 1.0
Prototyp zur Erprobung

B8 | Gewalt und Medien

Der Blick auf das medial geprägte Leben Heranwachsender ist – wie bereits beschrieben – häufig nicht wertfrei und mit subjektiven Vorstellungen zur Wirkung von Medien behaftet.  

Gerade wenn es um die Wirkung von Gewaltdarstellungen in den Medien geht, wird Medien häufig ein starkes Wirkungspotenzial nachgesagt. Zum Thema Medien und Gewalt existieren viele Alltagstheorien, welche auch oft bestehende Ängste und Sorgen darüber ausdrücken, dass bestimmte Medieninhalte Kinder und Jugendliche zu Gewalt anstiften könnten oder ihnen vermitteln, dass Gewalt ein probates Mittel sei, um sich im Leben durchzusetzen. Dabei halten sich auch Überzeugungen, die durch die Wissenschaft längst relativiert wurden. 

Es gibt zahlreiche Theorien und Ansätze, die sich mit der Wirkung von Gewalt in den Medien auf den einzelnen Menschen beschäftigen und beschäftigt haben. Wie bereits beschrieben ist es jedoch nicht so einfach, hier allgemeingültige Aussagen zu machen. Dazu spielen viel zu viele Faktoren mit, wenn «Wirkung» untersucht wird.   

Medien wirken. Das ist ihnen nicht abzusprechen und viele Inhalte würden auch ihre Funktion oder ihren Reiz verlieren, wenn nicht von einer Wirkung ausgegangen werden könnte (z. B. Werbung, Comedy, Romantik- oder Gruselfilme, Krimiromane, Wissenssendungen …). Wie bereits erwähnt spielen jedoch viele unterschiedliche Faktoren mit hinein, wenn es um unser Medienhandeln geht.

  • Was die einen gruselt, ist für die anderen lustig.
  • Was die einen nervös macht, kann andere erleichtern.
  • Zudem spielen immer auch die Situation und der Kontext, in denen ein Medieninhalt rezipiert wird, eine grosse Rolle.

Zahlreiche Vorbedingungen machen es der Medienwirkungsforschung fast unmöglich, Aussagen zur Medienwirkung zu treffen, die auf alle übertragbar sind. Es gibt daher nicht DIE Medienwirkung oder einen direkten, nur auf eine Ursache zurückführbaren Wirkungszusammenhang.

«Zusammen mit entsprechenden persönlichen und sozialen Faktoren können Gewaltdarstellungen in den Medien beim Entstehen von Aggressionen und Angst eine wichtige Rolle spielen. Sie können also bereits bestehende Voraussetzungen verstärken. Dies ist viel wahrscheinlicher, als dass sie Ursache für ein bestimmtes aggressives Verhalten sind.» 

Kaum eine Fernsehsendung oder ein Computerspiel allein führt zu aggressiven oder kriminellen Verhaltensweisen. Sie können jedoch Tendenzen verstärken und die Frage bleibt, ob nicht Menschen, die tendenziell eher gewaltbereit sind, sich auch eher entsprechenden Medieninhalten zuwenden.