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E3 | KI ersetzt keine Quellenkritik

Simona hat aus ihrer ersten Recherche zum Thema «Künstliche Intelligenz im Alltag» einige Ideen für den Unterricht mitgenommen. Besonders passend findet sie den Vorschlag, mit ihrer Klasse über KI-generierte Bilder und Videos zu sprechen. Bevor sie daraus eine Unterrichtssequenz plant, prüft sie jedoch die Aussagen aus dem KI-Tool genauer.

Sie öffnet die angegebenen Quellen und sucht zusätzlich nach Informationen bei anerkannten Fachstellen. Dabei stellt sie fest: Die KI-Antwort war ein hilfreicher Einstieg, hat aber wichtige Aspekte nur kurz erwähnt. Eine Fachstelle weist zum Beispiel darauf hin, dass bei Bildern und Videos nicht nur die technische Manipulation wichtig ist, sondern auch Fragen zu Privatsphäre, Urheberrecht und dem Umgang mit persönlichen Daten.

Auch Levin überprüft seine Recherche. Für sein Referat über Social Media und Lernen hat er mit ChatGPT erste Aspekte gesammelt, mit Perplexity Webquellen gefunden und über Consensus Hinweise auf wissenschaftliche Studien erhalten. Nun schaut er sich die Quellen genauer an: Stammt ein Beitrag von einer Fachstelle oder von einem kommerziellen Anbieter? Ist eine Studie aktuell? Wurde sie tatsächlich zum Lernverhalten von Jugendlichen durchgeführt – oder nur allgemein zur Social-Media-Nutzung?

Dabei merkt Levin, dass KI-Antworten oft stark vereinfachen. Eine Studie kann beispielsweise darauf hinweisen, dass Social Media den Austausch und das gemeinsame Lernen unterstützt. Das bedeutet aber nicht, dass Social Media grundsätzlich lernförderlich ist. Entscheidend sind unter anderem Alter, Nutzungsdauer, Plattform, Aufgabe und Begleitung durch Lehrpersonen. Levin übernimmt deshalb keine Aussage unverändert, sondern formuliert sie vorsichtiger und verweist auf die passende Originalquelle.

Simona und Levin gehen unterschiedlich vor, kommen aber zur gleichen Erkenntnis: KI erleichtert den Einstieg in eine Recherche. Ob Informationen korrekt, vollständig und für die eigene Frage wirklich brauchbar sind, muss jedoch weiterhin geprüft werden.

KI-Antworten prüfen

Wenn du Informationen aus einem KI-Tool weiterverwenden möchtest, helfen dir diese Fragen:

  • Quelle: Werden Quellen oder Links genannt? Kannst du die Originalquelle öffnen?
  • Urheberschaft: Wer steht hinter der Quelle? Handelt es sich um eine Fachstelle, eine wissenschaftliche Publikation, eine Behörde oder einen unbekannten Anbieter?
  • Aktualität: Wann wurde die Information veröffentlicht oder zuletzt aktualisiert?
  • Belege: Stützt die Quelle die Aussage tatsächlich, oder klingt sie nur passend?
  • Vergleich: Wird die zentrale Aussage auch von mindestens einer weiteren unabhängigen Quelle bestätigt?
  • Vollständigkeit: Fehlen wichtige Einschränkungen, Gegenpositionen oder Perspektiven?
  • Bedeutung: Wie folgenreich wäre es, wenn die Information falsch wäre? Je wichtiger die Entscheidung, desto sorgfältiger muss geprüft werden.

Gerade bei rechtlichen, medizinischen, politischen oder pädagogisch sensiblen Themen reicht eine KI-Antwort nie als einzige Grundlage. Nutze sie als Orientierung, suche die Originalquellen und überprüfe zentrale Aussagen sorgfältig.

Merksatz:
KI macht Recherche schneller – aber nicht automatisch richtiger.