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E2 | Wie wähle ich das richtige KI-Tool?

Levin bereitet für ein Seminar an der Pädagogischen Hochschule ein kurzes Referat vor. Er soll recherchieren, welche Rolle Social Media beim Lernen von Jugendlichen spielt, und dafür nicht nur rasch Informationen finden, sondern auch brauchbare Quellen zusammentragen.

Wie üblich versucht es Levin zuerst mit ChatGPT. Er gibt seine Frage ein: «Welche Rolle spielt Social Media für Jugendliche beim Lernen?» Die Antwort kommt sofort, ist gut verständlich und gibt ihm einen ersten Überblick. Levin liest, dass Social Media sowohl motivierend wirken als auch ablenken kann und dass Plattformen den Zugang zu Informationen erleichtern, aber auch oberflächliches Lernen fördern können. Für den Einstieg ist das hilfreich. Gleichzeitig merkt er: Die Antwort bleibt allgemein, und konkrete Quellen fehlen.

Darum wechselt er zu Perplexity. Dort stellt er dieselbe Frage noch einmal. Nun erhält er nicht nur eine Zusammenfassung, sondern auch Hinweise auf Webquellen. Levin klickt einzelne Links an und prüft, auf welchen Seiten die Aussagen beruhen. Das hilft ihm deutlich weiter: Er kann die Antwort nicht nur lesen, sondern auch nachvollziehen und für seine weitere Recherche nutzen. Perplexity eignet sich für ihn deshalb besonders dann, wenn er aktuelle Informationen und direkt überprüfbare Quellen sucht.

Später erinnert sich Levin an einen Tipp aus einer Lehrveranstaltung: Eine Dozierende hat ihm für wissenschaftliche Fragen Consensus empfohlen. Also probiert er auch dieses Tool aus. Dort bekommt er keine allgemeine Webübersicht, sondern Hinweise auf wissenschaftliche Studien und Forschungsergebnisse. Für Levin ist das besonders wertvoll, weil er nun besser unterscheiden kann, was eher eine allgemeine Einschätzung ist und was sich auf Forschung stützt. So merkt er, dass jedes Tool einen etwas anderen Zweck erfüllt.

Daneben gibt es weitere KI-Tools, die je nach Ziel nützlich sein können: Gemini eignet sich für breite und aktuelle Überblicksrecherchen, Claude für klar strukturierte und gut verständliche Antworten, NotebookLM für die Arbeit mit eigenen Dokumenten und Gamma für die visuelle Aufbereitung von Inhalten.

Levin erkennt: Wer mit KI recherchiert, sollte nicht einfach irgendein Tool öffnen, sondern überlegen, welche Art von Unterstützung gerade gebraucht wird.

Stärken und Schwächen der Tools

ToolStärkenSchwächen
ChatGPTSehr guter Einstieg, verständliche Erklärungen, gute StrukturierungOhne Websuche oft zu allgemein, Quellen fehlen häufig
PerplexityAktuelle Webquellen, direkte Links, gut für WeiterrechercheAntworten hängen von gefundenen Quellen ab, nicht immer tief genug
GeminiSchneller Überblick, aktuelle Informationen, breite ThemenabdeckungTeilweise eher allgemein, Quellenprüfung bleibt nötig
ClaudeKlar, ruhig, sehr gut zum Ordnen und Verstehen von InhaltenWeniger fokussiert auf Webrecherche und aktuelle Quellen
ConsensusStark für wissenschaftliche Literatur und ForschungsüberblickWeniger geeignet für Alltagsthemen oder einfache Überblicksfragen
NotebookLMSehr gut für eigene Dokumente, eng an den OriginalquellenKein allgemeines Webtool, nur so gut wie die hochgeladenen Quellen
GammaGut zum Strukturieren und Visualisieren von InhaltenKein eigentliches Recherchetool, eher zur Aufbereitung geeignet