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Vorbereitung: Was suche ich?

Levin scrollt durch sein Notizdokument. Er hat bereits eine grobe Idee, worum es gehen soll – doch die Fragestellung ist noch vage. Was genau will er eigentlich wissen? Geht es ihm mehr um digitale Kompetenzen, um kritisches Denken – oder um die Didaktik von KI-Werkzeugen im Unterricht? Und was meint er eigentlich genau mit «KI-Sprachgeneratoren» – zählt da auch Bing Chat oder Gemini dazu?

Wissenschaftliche Recherche beginnt mit klarem Ziel

Bevor Levin mit der digitalen Suche startet, muss er seine Fragestellung schärfen und den Informationsbedarf präzisieren. Er weiss: Wenn er nicht genau weiss, was er sucht, wird er auch nicht wissen, wo und wie er es findet.

Er stellt sich folgende Leitfragen:

  • Was möchte ich genau herausfinden?
  • Welche Teilaspekte sind für mich zentral?
  • Was gehört nicht zu meinem Thema?
  • Was weiss ich schon – und wo sind meine Wissenslücken?

Er erstellt eine einfache Mindmap – auf Papier, denn für die erste Gedankenstruktur arbeitet Levin gerne analog. In der Mitte: «ChatGPT im Schulunterricht». Davon ausgehend notiert er Begriffe wie:

  • digitale Kompetenzen
  • 21st Century Skills
  • kritisches Denken
  • Medienbildung
  • KI-Werkzeuge im Unterricht
  • Prompting
  • Verlässlichkeit von Informationen
  • Plagiate / Urheberrecht
  • Rolle der Lehrperson

Nach 10 Minuten hat Levin eine visuelle Struktur, mit der er sich orientieren kann. Das hilft ihm, Suchbegriffe zu entwickeln – und die Recherche digital weiterzuführen.

Digitale Vorbereitung konkret: Begriffsliste und Übersetzung

Für die digitale Recherche erstellt Levin eine Liste von Suchbegriffen – das sogenannte Keyword-Set. Dabei achtet er auf:

  • Synonyme: z. B. «Sprachmodell», «KI-Textgenerator», «Large Language Model»
  • Fachbegriffe: z. B. «digitale Kompetenz», «critical thinking», «AI literacy»
  • englische Begriffe: weil viele Datenbanken und wissenschaftliche Texte international publiziert sind

Seine Liste wächst schnell:

DeutschEnglisch
KI-SprachgeneratorAI language model
ChatGPTChatGPT
Digitale KompetenzenDigital skills / digital literacy
Kritisches DenkenCritical thinking
Schule / UnterrichtEducation / teaching
MedienpädagogikMedia education
KI im KlassenzimmerAI in the classroom

Levin speichert diese Tabelle in seiner Notiz-App, damit er sie später in Suchfeldern systematisch einsetzen kann – digital vorbereitet, effizient und zielgerichtet.

Quellenarten: Was brauche ich überhaupt?

Levin fragt sich: «Welche Art von Informationen helfen mir eigentlich weiter?»

Er weiss, dass es verschiedene digitale Quellenarten gibt – doch nicht alle sind gleich geeignet für eine wissenschaftliche Arbeit. Deshalb denkt er voraus:

QuellenartGeeignet für…Beispiel
LehrbücherGrundlagen, Überblick, etablierte BegriffeSpringer eBook, UTB-Online
Wissenschaftliche Artikelaktuelle Studien, Theorien, KontroversenZeitschrift für Medienpädagogik, AI & Education
DissertationenTiefgründige Forschung, Theorie & Methode vereintüber Swisscovery oder ETH-E-Dissertations
Fachdatenbankengezielte Suche nach Artikeln & StudienFIS Bildung, ERIC, Google Scholar
Blogs, Magazine, VideosEinstieg, Praxisbeispiele, Meinungsspiegelz. B. eduKI.blog, SRF Digital
Ratgeber / populäre Quellennicht geeignet für Zitate, evtl. als Impuls verwendbarz. B. t3n, Focus Schule

Levin hält für sich fest:

«Ich beginne mit einem Überblick über das Thema – dann tauche ich mit Fachartikeln und Studien tiefer ein. YouTube & Blogs nutze ich eher zur Orientierung oder für praktische Beispiele – zitieren werde ich daraus aber nicht.»


Das Wichtigste in Kürze:

Eine gute digitale Recherche beginnt mit einer klaren Vorstellung:

  • Was will ich herausfinden?
  • Welche Begriffe beschreiben mein Thema?
  • Welche Art von Quellen brauche ich?
  • Welche Datenbanken oder Portale werde ich nutzen?

Levin ist nun bereit, seine digitale Suchumgebung zu betreten – mit klaren Begriffen, einem Thema, das ihn interessiert, und einem Ziel vor Augen.