Levin öffnet den Browser, aber nicht Google. Die Versuchung ist gross, einfach «ChatGPT Schule kritisches Denken» in die Google-Suche zu tippen. Doch Levin erinnert sich an seinen Recherchekurs: Nicht jede gute Quelle findet sich über Google – und nicht jede Google-Quelle ist wissenschaftlich brauchbar. Für seine Arbeit braucht er digitale Recherchetools, die ihn gezielt zu hochwertigen, überprüften Inhalten führen.
Digitale Recherche beginnt mit der Wahl des richtigen Werkzeugs
Je nachdem, was Levin sucht, wählt er ein anderes Hilfsmittel:
| Ziel der Recherche | Geeignetes digitales Hilfsmittel |
|---|---|
| Überblick zum Thema, erste Orientierung | Wikipedia, Edu-Blogs, YouTube, Google Scholar |
| Zugang zu wissenschaftlichen Artikeln | FIS Bildung, ERIC, PsycINFO, SpringerLink, JSTOR |
| Bücher und Sammelbände | Swisscovery, KVK, Google Books |
| Rezensionen und Buchinhalte | Amazon, Verlagsseiten, Google Books |
| Volltextzugang zu Fachzeitschriften | Elektronische Zeitschriftenbibliothek (EZB Regensburg) |
| Aktuelle Studien & Open Access | pedocs.de, edudoc.ch, ResearchGate, arXiv.org |
Levin merkt schnell: Jedes dieser Werkzeuge hat seine eigene Stärke – und seine Grenzen. Deshalb kombiniert er sie.
Levin recherchiert über Swisscovery und Google Scholar
Er beginnt mit https://swisscovery.slsp.ch. Dort gibt er seine Suchbegriffe ein:
«ChatGPT Schule» → 3 relevante Treffer.
«AI education critical thinking» → über 100 englischsprachige Einträge, viele davon als E-Book verfügbar.
Anschliessend nutzt er Google Scholar – eine Suchmaschine speziell für wissenschaftliche Quellen. Der Vorteil: Viele Artikel sind direkt verlinkt, teils sogar als PDF frei zugänglich. Der Nachteil: Manchmal sind nur Abstracts zu finden, der eigentliche Text ist kostenpflichtig.
Tipp für Lehrpersonen: Falls du keinen Zugriff auf ein Dokument hast, lohnt sich die Suche über den Hochschulzugang oder ein Nachfragen in der Mediothek. Viele Hochschulen haben Volltextlizenzen, die von aussen nicht sichtbar sind.
Fachspezifische Datenbanken nutzen – aber richtig
Levin erinnert sich: In der Pädagogik sind FIS Bildung (für deutschsprachige Artikel) und ERIC (für internationale Beiträge) besonders hilfreich. Beide bieten Filterfunktionen nach Jahr, Sprache, Dokumententyp etc.
Hinweis: Die Trefferlisten in diesen Datenbanken sind nicht alphabetisch oder nach Relevanz sortiert wie bei Google. Es lohnt sich, verschiedene Kombinationen von Begriffen zu testen und gezielt nach Deskriptoren (Schlagworten) zu suchen.
Ein kurzer Exkurs: Was ist eine wissenschaftliche Quelle?
Nicht alles, was online professionell aussieht, ist auch wissenschaftlich. Levin lernt, woran er digitale wissenschaftliche Quellen erkennt:
| Merkmal | Erklärung |
|---|---|
| Autorenschaft erkennbar | Name, Titel, Institution sind klar angegeben |
| Quellenangaben vollständig | Es gibt ein Literaturverzeichnis |
| Veröffentlichung in Fachjournalen | z. B. peer-reviewte Journals wie AI & Society |
| Publikationsdatum und Verlag sichtbar | Beleg für Aktualität und Seriosität |
| DOI oder permanente URL vorhanden | Digitale Nachverfolgbarkeit |
Digitale Recherchewerkzeuge gezielt nutzen – ein Fazit
Levin erstellt sich einen digitalen Rechercheplan:
- Swisscovery & KVK für Bücher und Sammelbände
- FIS Bildung & ERIC für Fachartikel
- Google Scholar für internationale Studien
- pedocs.de / edudoc.ch für Open Access
- YouTube & Blogs nur als Inspiration – nicht als zitierfähige Quelle
Er legt sich Lesezeichen für alle Portale in einem Ordner «Recherchetools» im Browser an – so bleibt alles griffbereit.
Das Wichtigste in Kürze:
Digitale Recherche braucht das richtige Werkzeug – so wie jede gute Handwerkerin.
- Nutze Hochschulportale und spezialisierte Datenbanken statt nur Google.
- Kombiniere mehrere Tools – keine Quelle allein reicht aus.
- Bevorzuge Portale mit Peer-Review, bibliografischen Angaben und DOI.
- Leg dir eine digitale Struktur an: mit Links, Begriffstabellen und ggf. Literaturverwaltungs-Tools wie Zotero.