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Evaluierung: Wie prüfe ich meine Rechercheergebnisse?

Levin hat eine Sammlung an Quellen – aber welche taugen wirklich? Nach einigen Stunden intensiver Recherche hat Levin eine beachtliche Liste an Artikeln, PDFs und Buchkapiteln beisammen. Die Links liegen in seinem Zotero-Projekt, ein paar Volltexte hat er als PDF gespeichert, und sogar ein Interview auf YouTube hat er sich notiert.

Doch nun kommt die vielleicht wichtigste Frage:

Welche dieser Quellen kann ich in meiner wissenschaftlichen Arbeit tatsächlich verwenden – und welche besser nicht?

Wissenschaftliche Qualität ist kein Bauchgefühl

Levin weiss: Nur weil ein Text interessant klingt oder gut geschrieben ist, heisst das noch lange nicht, dass er für seine Arbeit taugt. Besonders im digitalen Raum gilt: Nicht jede gut gestaltete Webseite ist auch eine verlässliche Quelle.

Um seine Rechercheergebnisse zu evaluieren, geht Levin systematisch vor. Er überprüft jede Quelle anhand von vier zentralen Kriterien:

1. Relevanz

  • Passt der Inhalt zur eigenen Fragestellung?
  • Wird das Thema direkt behandelt oder nur am Rand erwähnt?
  • Sind Zielgruppe, Bildungsstufe und Kontext (Schule!) anschlussfähig?

Beispiel: Ein Artikel zu «ChatGPT im Hochschulunterricht» ist spannend – aber nur bedingt relevant für Levin, der sich auf die Schule konzentriert.

2. Gehalt

  • Wie tiefgehend ist die inhaltliche Auseinandersetzung?
  • Wird auf Theorien, Modelle und Forschung Bezug genommen?
  • Gibt es eigene Argumentationen oder empirische Befunde?

Achtung: Texte, die nur Meinungen darstellen oder stark verkürzt argumentieren, gelten in der Regel als inhaltlich «dünn» – auch wenn sie gut formuliert sind.

3. Qualität

Levin schaut genau hin:

MerkmalWarum wichtig?
Vollständige QuellenangabenTransparenz & Nachvollziehbarkeit
Peer-Review-Vermerk (bei Artikeln)Qualitätskontrolle durch Fachkolleg:innen
Angabe der Autor:innen & InstitutionEinschätzung der fachlichen Herkunft
Zitierte LiteraturVerankerung im wissenschaftlichen Diskurs
Klarheit der BegrifflichkeitenHinweis auf Präzision & theoretische Fundierung

Exkurs:
Verlage mit Renommee (z. B. Springer, Beltz, Hogrefe) oder Plattformen mit Fachbezug (z. B. pedocs.de, FIS Bildung) gelten als Indiz für Qualität.
YouTube-Videos oder Blogposts sind nur zitierfähig, wenn sie wissenschaftlich fundiert und nachprüfbar sind – in der Regel eher nicht.

4. Zuverlässigkeit

Im digitalen Raum ist dies besonders wichtig:

  • Ist klar, wer den Inhalt erstellt hat?
  • Ist das Veröffentlichungsdatum ersichtlich?
  • Wird die Quelle regelmässig gepflegt oder ist sie veraltet?
  • Handelt es sich um ein offizielles Portal (z. B. Uni, Behörde, Fachstelle)?

Merksatz von Levin: «Wenn keine Autor:innen ersichtlich sind – Finger weg.»

Praxis: Levin sortiert aus

Levin trifft Entscheidungen:

QuelleBewertungEntscheidung
Peer-Review-Artikel aus «AI & Education»Relevanz: hoch, Qualität: topWird verwendet
Blogbeitrag eines InformatiklehrersInhaltlich nah, aber ohne QuellenNur als Impuls, nicht zitiert
Studie aus pedocs.de (2022)sehr fundiert, mit PraxisbezugZentrale Quelle
Video auf YouTubekeine Autor:in, kein KontextWird gestrichen

Das Wichtigste in Kürze:

Die Qualität deiner Arbeit steht und fällt mit der Qualität deiner Quellen.

  • Prüfe Relevanz, Gehalt, Qualität und Zuverlässigkeit jeder Quelle.
  • Nutze wissenschaftlich geprüfte Artikel und Verlagsquellen als Fundament.
  • Verwende digitale Inhalte nur, wenn sie nachvollziehbar und überprüfbar sind.
  • Dokumentiere deine Bewertung z. B. in einer Tabelle oder Notiz.