Simona blickt zurück auf die Unterrichtseinheit zum Thema «Medienvielfalt heute und früher». Ihre Klasse hat recherchiert, verglichen, präsentiert und reflektiert – alles digital, alles angeleitet. Für viele Schüler:innen war es eine neue Erfahrung, Informationen eigenständig zu suchen und zu bewerten. Und für Simona war es eine Bestätigung: Digitale Recherche ist mehr als ein Arbeitsauftrag – sie ist eine grundlegende Kompetenz.
Transfer in andere Fächer und Themen
Simona überlegt: Wie kann sie diesen Ansatz auf andere Unterrichtsthemen übertragen? Die Erfahrung zeigt, dass digitale Recherche sich in vielen Fächern integrieren lässt:
| Fachbereich | Mögliche Rechercheszenarien |
|---|---|
| NMG | Recherchieren zu Lebensräumen, Geschichte, Ernährung |
| Deutsch | Literarische Figuren vergleichen, Autorenporträts |
| WAH / TTG | Konsumverhalten früher & heute, Recycling-Materialien |
| Englisch / Fremdsprachen | Kulturelle Besonderheiten, Landeskunde |
In all diesen Kontexten kann eine digitale Recherchephase sinnvoll eingebaut werden – immer mit dem Ziel, Informationskompetenz aufzubauen und das selbstgesteuerte Lernen zu stärken.
Herausforderungen im Schulalltag
Gleichzeitig weiss Simona: Nicht alles klappt auf Anhieb. Zu den häufigsten Stolpersteinen gehören:
- unterschiedliche digitale Kompetenzen in der Klasse,
- technische Barrieren (z. B. fehlende Geräte, WLAN-Probleme),
- Unsicherheiten im Umgang mit Quellen und Zitaten,
- Zeitdruck im Stundenplan.
Daraus leitet Simona für sich ab:
- Recherchieren muss angeleitet und geübt werden – am besten mehrfach im Schuljahr.
- Digitale Tools müssen eingeführt und gemeinsam ausprobiert werden.
- Reflexionsphasen sind zentral, um nicht nur Ergebnisse, sondern auch Prozesse sichtbar zu machen.
Weiterarbeit und Ausblick
Simona plant, künftig häufiger kleine Rechercheeinheiten in den Unterricht einzubauen – auch als Methode zur Differenzierung: Während einige Kinder kurze Recherchen zu Einstiegsthemen durchführen, können andere tiefergehende Fragen bearbeiten.
Sie möchte ausserdem mit Kolleg:innen fächerübergreifende Projekte planen, in denen digitale Recherche eine zentrale Rolle spielt – zum Beispiel in Kombination mit Mediengestaltung, Projektlernen oder fächerverbindenden Präsentationen.
In einem nächsten Schritt könnte sie auch externe Quellen einbeziehen – etwa Interviews mit Zeitzeugen über Videocall oder Recherche in digitalen Archiven und Mediatheken.
Fazit:
Digitale Recherche ist kein einmaliger Projektschritt, sondern ein Baustein für zukunftsfähige Bildung. Wer die Recherchekompetenz seiner Schüler:innen fördert, stärkt nicht nur die Medienbildung, sondern befähigt junge Menschen, sich selbständig und kritisch in einer komplexen Informationswelt zu orientieren.