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Suchstrategien festlegen

Bevor eine digitale Recherche sinnvoll starten kann, braucht es eine klar formulierte Fragestellung und einen gut strukturierten Rechercheauftrag. Leitfragen dienen dabei als Kompass: Sie helfen, das Thema zu fokussieren, relevante Aspekte sichtbar zu machen und gezielt digitale Quellen auszuwählen. Wer weiss, was er sucht, recherchiert strukturierter und erfolgreicher.


Leitfragen digital entwickeln

Simona möchte, dass ihre Schüler:innen eigene Leitfragen rund um das Thema «Das Internet – eine revolutionäre Erfindung» entwickeln und dafür gezielt digitale Tools einsetzen. Aus der Praxis kennt sie folgende Möglichkeiten:

  • Padlet oder TaskCards: Hier sammeln die Schüler:innen erste Fragen wie «Wie verändert das Internet unseren Alltag?», «Welche Gefahren und Chancen bietet das Internet?», «Wie sah das Leben vor dem Internet aus?» oder «Was ist an sozialen Netzwerken neu im Vergleich zu früheren Kommunikationswegen?». Die Fragen werden digital gesammelt, von Mitschüler:innen kommentiert und gemeinsam weiterentwickelt.
Beispiel mit Padlet
  • Miro oder kollaborative Mindmaps: In einer Mindmap strukturieren die Schüler:innen verschiedene Aspekte des Internets – z. B. Geschichte, Technik, Kommunikation, Gesellschaft, Chancen/Gefahren. So entstehen weitere Leitfragen, die verschiedene Blickwinkel einnehmen.
Beispiel mit Miro
  • Teams oder Google Docs: In einem geteilten Dokument bearbeiten alle Gruppenmitglieder gemeinsam ihre Leitfragen und geben sich gegenseitig Feedback, bevor sie ihre finale Leitfrage auswählen.
Beispiel mit Teams (nur Bild)
  • ChatGPT oder KI-Tools: Simona ermutigt die Lernenden, ChatGPT gezielt als Ideenhilfe zu nutzen. Beispielsweise mit dem Prompt:
    «Ich will etwas über das Internet als revolutionäre Erfindung herausfinden. Welche Leitfragen kann ich dazu stellen?»
    Die KI macht Vorschläge – z. B. «Warum gilt das Internet als revolutionär?», «Wie hat das Internet die Arbeitswelt verändert?», «Wie beeinflusst das Internet unser Sozialleben?» – die dann von den Schüler:innen diskutiert, überarbeitet oder abgewählt werden.
Beispiel mit einer GPT-Emulation

Simona legt für ihr Unterrichtsvorhaben folgende Rahmenbedingungen fest:

  • Für die Ideensammlung nutzt sie mit der Klasse Microsoft Teams. Dieses Tool ist den Schüler:innen bereits vertraut, die Schule setzt es schulweit ein, und es soll in den kommenden Schulstufen weiterhin als zentrale Plattform dienen. Simona schätzt besonders, dass in Teams auch andere Tools wie Miro integriert werden können. So können die Schüler:innen ihre ersten Ideen, Begriffe und Fragestellungen unkompliziert zusammentragen, diskutieren und in einer gemeinsamen Umgebung weiterentwickeln.
  • Für die Ausarbeitung der konkreten Leitfragen lässt Simona die Schüler:innen in Zweierteams arbeiten. Jedes Team verwendet dafür eine Emulation von ChatGPT, die ohne Anmeldung zugänglich ist und für einfache Frage-Antwort-Chats ideal funktioniert. Die Schüler:innen geben ihre ersten Entwürfe für Leitfragen ein, lassen sich von der KI weitere Formulierungen oder Perspektiven vorschlagen und diskutieren diese im Team. So können sie kreativ werden, verschiedene Varianten ausprobieren und ihre Fragen gezielt überarbeiten, ohne sich auf die Vorschläge der KI zu verlassen.


Hilfestellungen und Leitplanken für alle Schüler:innen

Damit alle Schüler:innen am Thema arbeiten können, setzt Simona gezielt Hilfestellungen ein:

  • Sie stellt beispielhafte Leitfragen bereit, etwa für schwächere Schüler:innen.
  • Sie bespricht mit der Klasse Kriterien: Gute Leitfragen sind offen, erfordern Nachdenken und erlauben verschiedene Antworten.
  • Wer Schwierigkeiten hat, nutzt Satzstarter oder vorgegebene Prompts, z. B.:
    «Wie…?», «Warum…?», «Was wäre, wenn…?»
    oder
    «Inwiefern ist das Internet…?»
  • Feedback-Runden in Kleingruppen helfen, die Fragen weiterzuentwickeln.
  • Unterschiedliche digitale Tools machen es möglich, dass auch weniger sprachgewandte Schüler:innen mit Bildern, kurzen Notizen oder Beispielen an den Leitfragen arbeiten können.

Das Ziel ist, dass am Ende jede:r Schüler:in eine passende, recherchierbare Leitfrage zum Internet findet und sich aktiv am digitalen Prozess beteiligt.

Wann ist der Rechercheauftrag klar?