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    4 Aktivitäten

A2 | Wie unterstützen Bilder das Lernen?

Lernen mit Bildern

Max ist Lehrer und möchte seinen Schülerinnen und Schülern erklären, wie ein Gewitter entsteht. Max ist der Überzeugung, dass Bilder immer das Lernen verbessern. Darum fügt er auf dem Arbeitsblatt ein schönes, hochauflösendes Bild eines beeindruckenden Blitzeinschlages ein. Daneben steht ein Text, der erläutert, wie ein Gewitter entsteht.

Fotografie eines Blitzes am Nachthimmel über einer Stadt, daneben kurzer Textabschnitt, in dem die Entstehung eines Blitzes beschrieben wird. Text im Akkordeon unterhalb des Bildes.
Bildtext

So entsteht ein Gewitter: Warme feuchte Luft steigt auf. Wasserdampf kondensiert und bildet Wolken. In der Wolke fallen negativ geladene Regentropfen und Eiskristalle nach unten. Wenn die negative Ladung am Boden der Wolke gross genug ist, bildet sich ein Leitblitz. Dabei rasen negativ geladene Teilchen von der Wolke in Richtung Boden. Vom Boden steigt eine Fangentladung auf. Trifft diese auf den Leitblitz, bildet sich ein Blitzkanal für die Hauptentladung. Im Blitzkanal rasen negativ geladene Teilchen von der Wolke in Richtung Boden und positiv geladene Teilchen vom Boden nach oben. Dadurch gleichen sich die Ladungen in Wolke und Erde aus, was wir als hellen Blitz wahrnehmen.

Zum Überlegen

Bilder sagen bekanntlich mehr als tausend Worte; aber lernen die SuS von Max dank diesem Bild besser, wie ein Gewitter entsteht?

Die Antwort auf diese Frage ist gar nicht so einfach. Dafür müssen wir zunächst das Konzept der kognitiven Kapazität einführen:

Kognitive Kapazität

Um das Lernen mit (digitalen) Medien besser zu verstehen, müssen wir die Theorie der kognitiven Kapazität kennen. Diese besagt, dass die kognitive Kapazität von uns Menschen limitiert ist. Unser Langzeitgedächtnis kann praktisch unendlich viele Dinge speichern, aber unser Kurzzeitgedächtnis kann nur drei bis sieben neue Dinge gleichzeitig halten. Nach etwa 30 Sekunden müssen diese neuen Dinge wieder in Erinnerung gerufen werden, falls sie nicht im Langzeitgedächtnis gespeichert wurden.

Kognitive Belastung

Immer wenn wir etwas lernen, wird unsere kognitive Kapazität belastet. Wir können uns diese Kapazität wie ein Gefäss vorstellen, das aufgefüllt wird.

  1. Als erstes kommt die intrinsische kognitive Belastung (IKB). Diese hängt davon ab, wie anspruchsvoll ein Thema ist und wieviel Vorwissen jemand zum Thema mitbringt.
  2. Dann kommt die extrinsische kognitive Belastung (EKB): Diese hängt von der Komplexität der Lernmaterialien oder anderen ablenkenden Einflüsse ab.
  3. Was vom Gefäss der kognitiven Kapazität übrig bleibt, wird mit der lernbezogenen kognitiven Belastung (LKB) aufgefüllt. Diese wird für das Verarbeiten von neuen Informationen genutzt.
Zwei Illustrationen eines menschlichen Kopfs im Profil mit Gehirnschichten in verschiedenen Farben. In der oberen Abbildung wird eine orangefarbene Flüssigkeit (LKB) über einen Trichter in das Gehirn gegossen, was zu Dampfwolken führt. Bereits vorhanden sind eine grüne Schicht EKB sowie eine blaue Schicht IKB. Der LKB-Teil ist sehr klein im Vergleich zu den anderen Teilen. Der Gesichtsausdruck ist angestrengt. In der unteren Abbildung leuchtet eine Glühbirne über dem Gehirn. Der Gesichtsausdruck ist entspannt und lächelnd. Wiederum sind die drei Schichten  LKB, EKB und IKB zu sehen, hier nimmt LKB den grössten Teil ein.

Unser Ziel ist es also, die extrinsische kognitive Belastung zu minimieren und die intrinsische Belastung zu optimieren, sodass möglichst viel kognitive Kapazität für lernbezogene Aktivitäten übrig bleibt.