Wie man seinen Alltag organisiert, ist sehr individuell: Oft hat sich eine Praxis über Jahre entwickelt. Manche Tools und Techniken wurden durch eine Institution vorgegeben, andere hat man selber gefunden. Vieles wird aber auch gar nicht so bewusst praktiziert, man macht es halt, wie man’s schon lange gewohnt ist. Dennoch lohnt es sich, die eigene Praxis immer wieder zu überprüfen, um den Alltag sowohl produktiver als auch entspannter bewältigen zu können.
Wir haben uns in den Gängen der PH Zürich herumgehört und zu verschiedenen Arbeitstechniken Stimmen eingeholt:
Transkripte
Folie 1
Terminüberblick – Adrian
Ich arbeite ganz klassisch mit dem Kalender. Mir ist wichtig, dass ich einen Kalender habe, in dem ich die ganze Woche sehe und in dem alle Kalender zusammengebündelt werden. Das heisst: Arbeitskalender und privater Kalender sind drin und werden übereinander angezeigt, nicht als zwei Kalender nebeneinander. Das ist mir sehr wichtig, und das können wenige Kalender wirklich gut. Ich finde, der Kalender von macOS macht das gut: Dort kann man bündeln und hat wirklich alles übereinander. Outlook macht da teilweise komische Sachen, zum Beispiel, dass man zwei Kalender nebeneinander anzeigen muss. Wobei ich glaube, mit dem neuesten Update funktioniert dies auch.
Was mir auch wichtig ist: dass der Kalender beim Öffnen den ganzen Tag zeigt, also 0 bis 24 Uhr, damit nichts «verloren» geht, wenn ich nicht scrolle. Gerade wegen meinen Hobbys habe ich manchmal Termine, die spät stattfinden, und die dürfen nicht untergehen.
Und was ich auch mache, das hat sich bewährt: Wenn ich weiss, dass ich am Donnerstag in drei Wochen etwas erledigen muss, dann trage ich um 6 Uhr morgens einen Termin ein, zum Beispiel für eine Viertelstunde. Der heisst dann etwa «Task: … erledigen». Dadurch erscheint es mir am entsprechenden Tag als Termin (und je nach Einstellung auch als Erinnerung), und bis dahin muss ich nicht mehr daran denken. Es kommt dann am Donnerstag in drei Wochen.
Terminüberblick – Ivona
Ich habe einen Kalender auf meinem Handy und auf meinem Laptop, der über Outlook synchronisiert ist. Und ich habe auch noch eine Tabelle in OneNote: Da schreibe ich mir alle Leistungsnachweise und wichtige Daten auf, nach Farben sortiert, über das ganze Semester hinweg.
Terminüberblick – Seraina
Ich benutze Google Calendar und trage da alles ein, was anfällt: meinen Stundenplan und auch private Termine. Ich arbeite mit Farben: Schule ist bei mir grün, private Sachen blau.
Terminüberblick – Rira
Ich habe eine Agenda, also eine Papieragenda, und ich habe auch den Google Kalender. Ich brauche beides. Ich muss schauen, dass ich alles irgendwo aufschreibe: Auf dem Handy ist es unterwegs praktischer, da kann ich es gleich eintragen. Für die Schule brauche ich aber die Papieragenda, und dann muss ich es manchmal übertragen. In die Agenda schreibe ich noch zusätzliche Sachen dazu, die ich mir merken muss, und im Kalender auf dem Handy stehen eher die Termine.
Folie 2
To-dos – Stefan
Ich benutze eine Applikation, die Trello heisst. Dort kann man alles übersichtlich darstellen: Man erstellt Karten, gibt ihnen einen Namen, kann ein Fälligkeitsdatum setzen und Erinnerungen einstellen. Ich habe für jedes Fach bzw. jedes Modul eine eigene Karte, in die ich meine Aufträge schreibe. So behalte ich den Überblick, was zu tun ist und was ansteht.
To-dos – Sarah
Im Kalender bekomme ich jeweils eine Erinnerung. Man kann einstellen, dass man zum Beispiel einen Tag vorher eine Erinnerung bekommt. Wenn es ein sehr wichtiger Termin oder eine Abgabe ist, mache ich teilweise zusätzlich noch eine Erinnerung in der Erinnerungen-App.
To-dos – Joel
Ich habe zu Hause auf meinem PC einen Notizzettel. Da schreibe ich mir alles auf, weil der PC meistens läuft, wenn ich zu Hause bin. Sonst schreibe ich mir das nicht gross auf.
To-dos – Adrian
Ich benutze eine To-do-App. Da kann man ganz einfach einen Satz dazu schreiben, was man noch machen muss. Und dann hat man dieses erfüllende Gefühl beim Abhaken: «Klick» – erledigt.
To-dos – Rira
Ich muss mir alle To-dos aufschreiben, aber das ist bei mir ein bisschen durcheinander: Ich nutze die Notizen-App auf dem Handy, teilweise die Agenda, und ich habe auch noch eine To-do-App. Es ist ein bisschen überall.
To-dos – Seraina
Ich nutze auch den Kalender, aber ich habe eine App entdeckt, die «Reclaim» heisst. Da kann man alle Tasks und To-dos eintragen, und das verbindet sich mit dem Kalender. Dann rechnet es aus, wann man am besten Zeit hätte, um diese To-dos zu erledigen. Man kann ein Datum eingeben, wie lange man am Stück daran arbeiten möchte und wie lange die Aufgabe insgesamt dauert. Das plant die App dann automatisch in den Kalender ein: «Jetzt hättest du Zeit dafür?». So habe ich immer einen Plan, wann ich was machen soll.
Folie 3
Dateien – Joel
Ich habe auf meinem iPad in GoodNotes verschiedene Ordner gemacht, in denen ich die einzelnen Fächer abgelegt habe. Auf OneDrive habe ich auch noch Ordner nach Fächern sortiert. Dort teile ich zum Beispiel einen Ordner mit meinem Tandempartner oder meiner Tandempartnerin, damit wir Sachen austauschen und uns absprechen können. GoodNotes nutze ich auch für Notizen: Da schreibe ich mir alles auf, was ich an der PH erhalte und lösen muss.
Dateien – Sarah
Ich habe verschiedene Ordner, für jedes Modul einen Ordner. Die sind auf OneDrive so aufgeteilt, dass ich überall Zugriff habe.
Dateien – Stefan
Für Dateien nutze ich kein spezielles Programm, aber ich habe eine klare Struktur: Ordner nach Semester, dann innerhalb des Semesters nach Modulen, und im Modulordner nochmal nach Vorlesungen oder Veranstaltungen. Wichtig ist mir, dass die Dateien nicht einfach «Vorlesung 1» heissen, sondern dass klar ist, worum es geht, damit ich auch später, sogar ein Jahr später, schnell die richtige Datei finde.
Notizen mache ich auf dem iPad mit GoodNotes. Da kann man Vorlesungen oder Skripte als PDF importieren, mit dem Stift Notizen reinschreiben und danach wieder als PDF exportieren. Das macht für mich am meisten Sinn.
Folie 4
Ablenkung – Ivona
Ich finde das sehr schwierig. Ich lasse mich sehr schnell ablenken, kann mich danach aber auch schnell wieder fangen. Es ist für mich nicht so schlimm, wenn ich kurz auf Instagram gehe oder so. Ich finde dann recht schnell wieder zurück. Effizienter wäre es ohne, aber …
Ablenkung – Joel
Also an der selber auf dem iPad ist geht das meistens, zum Teil muss man schon mal etwas nachschauen im Internet, aber das geht eigentlich gut. Und zu Hause, wenn ich, ähm, wirklich gezielt an etwas arbeite, lege ich mein Handy auf die Seite, so dass es nicht griffbereit ist, damit es sicherlich nicht zum Kontakt damit kommt.
Ablenkung – Rira
Ich stelle mir manchmal einen Timer, wenn ich lernen muss, damit ich mindestens, keine Ahnung, eine halbe Stunde lerne und nicht vorher aufhöre. Sonst mache ich eigentlich nicht wirklich etwas.
Ablenkung – Seraina
Ich versuche wenn möglich, das Handy wegzupacken und gar nicht erst zu starten. Auf meinem Laptop habe ich keine Spiele oder Ähnliches, sondern nutze ihn wirklich nur zum Arbeiten. Alles andere ist auf dem Handy. Das lege ich einfach zur Seite, meistens imFlugmodus, oder ich stelle mir einen Timer für eine gewisse Zeit, damit ich wirklich mal eine halbe Stunde daran arbeite. Dann klingelt es, und ich kann Pause machen.
Ablenkung – Stefan
Ich bin ehrlich: Es gibt Vorlesungen oder Dozierende, bei denen schalte ich relativ früh ab und mache nebenbei Arbeiten, die nicht so viel Brainpower brauchen. Aber ich habe einen Rhythmus: Vor der Vorlesung lade ich die Unterlagen herunter, öffne sie in GoodNotes auf dem iPad und stelle das iPad vor mich hin. Das MacBook lasse ich meistens weg. Für Dozierende, die mich hören: Wenn ich das MacBook aufklappe, ist das vermutlich das Zeichen, dass ich nicht mehr richtig aufpasse. Auf dem iPad bleibt GoodNotes aber offen, und ich bin bereit, wichtige Notizen zu machen.
Zum Überlegen
- Was hat dich in deiner bestehenden Praxis bestätigt?
- Was hat dich inspiriert? Was hat dich weniger überzeugt?
- Wo siehst du für dich Optimierungsbedarf?
In den folgenden Aktivitäten stellen wir dir verschiedene Möglichkeiten vor, wie du deinen Alltag effizienter organisieren kannst.