#Nutzungsgeschichten
digibasics an der Fachschule Viventa

Die Fachschule Viventa ist das Kompetenzzentrum für Aus- und Weiterbildung der Stadt Zürich. Entlang ihrer Vision (1) bietet die Fachschule Viventa ein breites Angebot in den Bereichen Berufsvorbereitung, Integration, Erwachsenen- und Elternbildung und führt die Sonderschule Viventa15plus. – Regula Leemann unterrichtet dort junge Erwachsene mit Migrationshintergrund im Rahmen eines Pilotprojekts zur beruflichen Orientierung und nachhaltigen Integration in den Arbeitsmarkt – einer Kombination aus Schule und Praxis. Im Gespräch mit Caspar Noetzli (PH Zürich) berichtet sie, wie digibasics im Informatik- und Medienbildungsunterricht eingesetzt wird.

Eine Nutzungsgeschichte zum Hören

Transkript

Digibasics Nutzungsgeschichten. Bei mir heute Gast ist Regula Lehmann. Regula, wer bist du?

Mein Name ist Regula Lehmann. Ich arbeite seit dem letzten August an der Fachschule Viventa. Die Fachschule Viventa ist eine Schule mit breit gefächerten Angeboten. Es hat Berufsvorbereitung, Berufsorientierung, Integrationsangebote. Es hat aber auch Erwachsenen- und Elternbildung. Und es hat eine grosse Abteilung Sonderschule für Jugendliche mit Einschränkungen. Ich arbeite dort in einem Pilot mit. Das ist eine Berufsorientierung für junge Erwachsene mit Praktikum. Und sie kommen einen Tag in die Schule. An diesem einen Tag haben sie eine Lektion. Das Fach heisst Informatik und Medienbildung.

Kannst du mir erzählen, wie du digibasics bei euch an der Viventa einsetzt?

Eigentlich nur in einem Modul, das ihr anbietet. Das sind Texttabellen und Präsentationen. Ich arbeite vor allem mit dem Word. Wie kann ich Texte formatieren usw.? Mein Fokus ist, sie zu befähigen, dass sie in der Praxis das Bisschen, das sie an digitalen Grundkenntnissen haben müssen, ist, dass sie schreiben können. Ob es eine E-Mail ist, eine Bewerbung, eine Mitteilung an das Team, was auch immer. Sie müssen schreiben können und den Text so schreiben, wie es für sie gut ist. Sie müssen ein Werkzeug haben, um das zu bearbeiten. Wir haben immer eine hohe Heterogenität in der E-Klasse. Da kommt jemand, der kurz vor dem Master of Business Administration war, aus einem asiatischen Land zu uns. Und dann haben wir jemanden, der noch nie ein Laptop aufgemacht und gestartet hat. Das ist der Bogen, das Spektrum, wo ich das abdecken muss. So wie digibasics aufgebaut ist, ist es für mich einfach so, dass sie genau dort, wo sie wirklich sind, weitermachen können. Oder wo sie es spannend finden, können sie einhängen und weitermachen. Die Eltern müssen halt wirklich bei den Schriftdaten anfangen und die anderen können schon viel weiter und auch andere Dinge machen. Mir ist grundsätzlich egal, was sie machen. Sie können auch bei den Videoschneiden schauen. Ich möchte, dass sie mir am Schluss sagen können, was sie gelernt haben, in der Zeit, in der ich sie zur Verfügung stelle.

Wenn ich dich richtig verstehe, arbeiten deine Jugendlichen also mit diesem Modul von digibasics im Präsenzunterricht und du unterstützt sie individuell, wenn sie Hilfe brauchen. Setzt du auch die Praxisaufgaben von digibasics ein. Ich kann mir vorstellen, dass diese für deine Zielgruppe vielleicht nicht so richtig passen.

Die passen nicht. Nein, sie sind zu anspruchsvoll. Eigentlich auch, weil sie dann doch auch viele Texte verstehen müssen. Aber ich habe einen eigenen Kompetenznachweis, wo ich einfach die Grundelemente des Words nehme und sage, das müssen sie können. Ich habe die Anwendungskompetenzen von euch genommen. Daraus habe ich vielleicht etwa zwölf Anwendungskompetenzen, aus denen wir Kompetenzen nachweisen können. Das machen wir ganz praktisch. Wir haben einen Text, den wir bearbeiten müssen. Vielleicht so Punkte, fünf, sechs Dinge.

Und was hast du bisher für Erfahrungen gemacht mit dem Einsatz von digibasics in deinem Szenario?

Grundsätzlich sehr positive Erfahrungen, weil gerade das Textmodul, das umgeht mit Word, hat Videos drin. die ohne Sprache auskommen. Sie sind rein, schauen, versuchen zu verstehen, nach ihnen übergehen, vielleicht in ein eigenes Beispiel von einem Text, den sie haben, und das direkt anwenden. Sie müssen also nicht nochmals eine sprachliche Hürde überwinden, sondern sie können allein durch Beobachtung etwas aufzubauen, einfach eine Kompetenz oder eine Fähigkeit aufzubauen, die ich total gut finde, dass sie das auch ohne Sprache können. Und sie schätzen das auch sehr. Ich mache zum Beispiel die Einstiegstests nicht mit ihnen, weil das überfordert sie. Es ist ein sprachliches Niveau, das sie haben, das sie spiegeln. «Ah, ich kann das immer noch nicht, ich verstehe das immer noch nicht.» Aber gerade die Videos, die nicht besprochen sind, sind der Hit für sie.

Gibt es noch weitere Highlights, die du uns davon erzählen möchtest?

Ich erlebe hier auch solche Aha-Erlebnisse, ganz spontane. Es ist so schön, wenn sie aus dieser Spontanität etwas angewendet haben und es klappt. Sie merken auch, «Aha, so macht er das. Und jetzt kann ich es.» Das sind sehr schöne Momente. Das ist das Eine. Das andere, was ich auch immer feststelle, ist, es ist nicht so, dass wir viel Zeit haben, die ich Ihnen zur Verfügung stelle. Aber in dieser Zeit, wenn Sie wirklich mal dort sind, wo Sie an ihrem Weiterkommen arbeiten mit dem neuen Modul, dann haben sie einen unglaublich hohen Fokus. Das ist ja manchmal fast spürbar in einem Klassenzimmer. Das finde ich auch total. Das sind so Highlights. Das finde ich sehr, sehr schön.

Und Stolpersteine gibt es auch?

Stolpersteine gibt es einige. Ich habe es schön erwähnt überall, wo es eine anspruchsvollere Sprache ist, das ist das eine. Und ganz allgemein müssen sie eine gewisse Grundmotivation mitbringen. Und das ist mit digibasic einfach nicht anders.

Und wie geht es jetzt weiter mit digibasics bei dir?

Ich habe gemerkt, dass einige von den Lernenden richtig die Idee erfasst haben. Und sie haben gemerkt, wow, das ist so gross, was hier geboten wird. Und dass sie einfach auch selber dann, ausserhalb der Lektion, selber weitermachen. Es gab jemanden, der zurückkam und sagte, er habe sich nochmals bei den Bildern nachgeschaut. Mit dem Datenschutz habe ich auch reingeschaut. Dann haben sie noch ein wenig Excel, das kann digibasics sowieso besser erklären als ich. Und ich bin natürlich total gespannt auf euer Modul. Digitale Geräte im Alltag.

Was wünschst du dir für digibasics für die Zukunft?

Anschliessend an meine Highlights, warum ich das so positiv finde. Möglichst viele Videos ohne Sprache. Also Anwendungen. Das ist meine Zielgruppe und nicht die typische von euch, die ihr avisiert habt. Aber das finde ich auch schon spannend. Nur das beobachten und dann rübergehen und es selbst anwenden zu versuchen. Du musst dich in einem Moment konzentrieren, wechseln, vielleicht auf einen anderen Bildschirm. Das finde ich einfach spannend.

Vielen Dank, Regula Lehmann, für das Gespräch und für deine Nutzungsgeschichte von digibasics.

Die Lernenden der Klasse «Berufsorientierung für Erwachsene mit Praktikum» (2) besuchen an einem Tag pro Woche die Schule. Im Fach «Informatik & Medienbildung» arbeiten sie mit dem digibasics-Lernmodul «Text, Tabelle, Präsentation». Der Fokus liegt dabei auf Word: Texte formatieren, einfache Mitteilungen schreiben, E-Mails oder Bewerbungen verfassen – Grundfertigkeiten, die sie im Alltag brauchen.

Die Heterogenität in der Klasse ist gross. Einige der Lernenden bringen bereits umfassende Vorkenntnisse mit, andere haben zum ersten Mal einen Laptop in den Händen. Für Regula Leemann ist das jedoch kein Hindernis – im Gegenteil: «So, wie digibasics aufgebaut ist, können die Lernenden genau dort weitermachen, wo sie stehen oder was sie interessiert.»

Besonders geschätzt werden die Videos, welche ohne Sprache auskommen. «Das ist für meine Zielgruppe ein grosser Vorteil – Die Lernenden müssen keine sprachlichen Hürden überwinden, sondern können direkt durch Beobachtung lernen.» Die Einstiegstests oder die Praxisaufgaben von digibasics setzt sie bewusst nicht ein, da diese die fremdsprachigen Lernenden sprachlich überfordern würden. Stattdessen hat sie basierend auf den Anwendungskompetenzen von digibasics eigene Kompetenznachweise entwickelt.

«Es ist schön zu erleben, wenn die Lernenden plötzlich sagen: Jetzt kann ich es!», erzählt sie. «In solchen Momenten, in denen die jungen Erwachsenen vertieft an ihrem persönlichen Weiterkommen arbeiten, entsteht ein spürbarer Fokus im Klassenzimmer.» Einige der Lernenden nutzen digibasics sogar ausserhalb des Unterrichts und entdecken selbstständig Module wie «Bild, Audio, Video» oder «Datenschutz & Co.»

Ihr Wunsch für die Zukunft von digibasics? «Mehr Videos ohne Sprache – das entspricht genau den Bedürfnissen meiner Lernenden.»

Autoren:innen: Caspar Noetzli (PH Zürich) & Regula Leemann (Fachschule Viventa)

9.4.25

Zur Vertiefung 

  1. Über die Fachschule Viventa Stadt Zürich
  2. Lehrgang Berufsorientierung für Erwachsene mit Praxis
  3. Imagefilm der Fachschule Viventa Stadt Zürich

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