Audioversion

#Nutzungsgeschichten
Atelierlernen mit digibasics an der PH Bern

Die PH Bern setzt seit kurzem die Lernmodule von digibasics im neuen Studiengang der Primarstufe ein. Caspar Noetzli im Gespräch mit Urs Wildeisen, Modulverantwortlicher Medien und Informatik, über die Nutzung der Lernmodule in freiwilligen Ateliers und wie sie Leistungsnachweise anhand der angebotenen Praxisaufgaben organisieren.

Caspar Noetzli, PH Zürich & Urs Wildeisen, PH Bern

Nutzungsgeschichte zum Hören

Transkript

Digibasics Nutzungsgeschichten. Heute bei mir am Telefon, Urs Wildeisen. Urs, wer bist du?

Ich bin ursprünglich Lehrperson. Ich habe die 5. und 6. Klasse in Aarberg im Seeland unterrichtet. Ich arbeite seit etwa 10 Jahren an der PH Bern, der Pädagogischen Hochschule Bern. Und hier leite ich unter anderem das Modul Medieninformatik 1 und 2. Aber auch ein Wahlmodul, Natur- und Roboter ist eines oder Programmieren mit Kindern, wo Studierende in die Schule rausgehen. Und jetzt seit neuestem im Studiengang 23 leite ich Digital Skills.

Und wie habt ihr die digibasics bei euch an der PH Bern eingesetzt?

Wir haben einen neuen Studiengang in unserer pädagogischen Hochschule. Wenn du von dem redest, ist das im Zyklus 1 und 2 am Institut für Primarstufen. Und da haben wir ein neues Professionalisierungsmodul, Dort haben wir einen Credit, also 30 Stunden, einen ETCS, den wir für Digital Skills benötigen dürfen. Wir haben das so aufgebaut, dass es über ein Jahr geht. Die Studierenden machen vier von diesen Lehrmodulen, die wir über digibasic zur Verfügung stellen können. Das erste Modul, das sie im ersten Semester haben, ist Bild, Audio, Video und Datenschutz. Wir haben uns für diese zwei Module entschieden. Wir finden, sie sollen möglichst schnell in Kontakt kommen mit Bildverarbeitung, Audioaufnahmen schneiden und zur Verfügung stellen, sowie Videoaufnahmen generieren und einbetten auf einer Plattform wie in unserem Fall Switch Portfolio. Ebenfalls wichtig ist Datenschutz von uns aus gesehen. Wenn Sie zur Schule gehen, werden Sie Schülerinnen und Schüler interviewen, fotografieren, dokumentieren, damit sie wissen, was sie nehmen dürfen. Dann müssen Sie die Lehrpersonen, die Schulleitungen oder die Eltern nachfragen für die Rechte anfragen.

Welche Erfahrungen habt ihr mit digibasics gemacht? Hat sich digibasics bei euch bewährt?

Grundsätzlich ja. Es hat sich sehr bewährt sogar. Wir waren am Anfang nicht ganz sicher, welchen Inhalt wir Ihnen zur Verfügung stellen wollen. Wir haben nicht so viele Stunden. Wenn man sich anschaut, was eure 8 Module an Stunden brauchen, die 60 Stunden, das schaffen wir nicht, weil wir zu wenig Zeit haben. Also müssen wir uns entscheiden für 4 von uns aus gesehen relevanten Modulen. Wir haben unsere Module Medien und Informatik 1, welches Sie im ersten, zweiten Semester haben und Medien und Informatik 2, die wir mit den Informatikinhalten etwas entschlacken wollen und die Anwendungskompetenz auslagern. Das haben wir von mir aus gesehen geschafft mit den vorher genannten Modulen, die selbstständig durchgehen. Wie arbeiten wir mit den Studierenden? Es sind 256 Studierende, die letzten Sommer angefangen haben. Die arbeiten relativ autonom. Das heisst die erarbeiteten zwei Module im Selbststudium und die geben dazu im Grunde eure Praxisaufgaben, die ich sehr gut finde, die wir in Kooperation mit euch gemacht haben und entwickelt haben, die geben die ab. Für eine Plattform bei uns ist das Switchportfolio. Sie werden aber nicht alleine gelassen, sondern Sie können auch Support holen. Wir haben drei Ebenen. Die erste Ebene ist asynchron über E-Mail, Verkehr ganz gewöhnlich. Die zweite Ebene ist über Teams. Sie können mit uns Konferenzen führen, bei denen wir Sie live supporten können. Sie können sich den Bildschirm teilen, wenn Sie online bei uns teilnehmen wollen. Die dritte Ebene ist vor Ort. Es sind vierstündige Ateliers, bei denen Sie sich anmelden und konkrete Fragen stellen. Zu welchem Modul habe ich welche Frage oder komme ich nicht mehr weiter? Dann kommen Sie bei uns vorbei und können alleine, zu zweit oder auch in Gruppen das erarbeiten, weiterschaffen, in Unterstützung mit uns. Aber Unterstützung braucht es von mir aus gesehen nicht, im Durchführen von euren Lernmodulen, die sind sehr selbst erklärt und klar, sondern mehr, sie haben Aufnahmen, die sie einfach vom Smartphone nicht überbringen auf den Computer, sie können das Video nicht einbetten, sie wissen nicht, was ein Cloud-Code ist. Das sind solche niedrigschwelligen Fragen, die auftauchen.

Urs, gibt es für dich ein Highlight in digibasics?

Ja, ich sage dir gleich, welches. Ich glaube, wir sind als externen Partner, die nicht aktiv mitgemacht haben an diesen 8 Lehrmodellen, zugestossen. Mehr oder weniger per Zufall. Wir sind recht offen aufgenommen worden von euch mit unserer Idee, dass wir das mal mit 250 Studierenden versuchen. Wir haben das letztes Semester evaluiert, mit Erstsemestlern und mit Sechstsemestlern, mit je 40 Studierenden, die die Lehrmodelle teilweise durchgemacht haben. Das kam sehr gut an. Daraufhin habt ihr dann noch Änderungen vorgenommen und die Praxisaufgaben angepasst. Das ist sicher mal eines der grossen Highlights, dass wir schon noch eine unkomplizierte Kooperation haben und unsere Studierende können von mir aus gesehen extrem profitieren. von diesem riesigen Wissen, welches sie aufgebaut haben, aber auch von dieser unkompetenten Zugangsart. Also es ist offen, sie hat Creative Commons Lizenzen, kann das ohne Probleme benutzen, sie kann das auch weiterempfehlen oder weiterverwenden im Schultag als Lehrperson. Das finde ich ein riesiger Fundus, welchen ihr hier geschaffen habt.

Sind ihr auch auf Stolpersteine gestossen beim Einsatz von digibasics?

Ja, da würde ich zwei nennen. Auf unserer Seite ist, wir haben ihnen so viele Freiheiten gelassen. Du weisst, wie das ist, wenn du studierst, bist du von anderen Modulen oder anderen Veranstaltungen genötigt, etwas schneller abzuliefern. Bei uns ist es auf einer sehr offenen und auf einer freiwilligen Basis. Die haben es recht weit hinten rausgeschoben und hatten fast zu wenig Zeit, um zu investieren. Ich glaube, wir werden es nächstes Semester so abholen, dass sie früher etwas abgeben müssen, wo wir sie etwas leiten können oder ein wenig Feedback geben können, wo sie ungefähr stehen. In den nächsten zwei Modulen werden sie von uns aus ein wenig früher abgeben müssen, damit man eher eingreifen kann. Das ist sicher mal etwas, was wir gelernt haben. Und das Zweite, was wir gelernt haben, ist die Basiskompetenz. Viele Studierende haben das Gefühl, die kann ich doch, ich habe doch mit Word schon mal ein wenig gearbeitet. Das bringt es auch noch knapp hin. Das hatte man im Gymnasium schon einmal. Das ist fast ein oberflächliches Halbwissen. Es geht zu wenig in die Tiefe. Ich schaue mal, sehr in die Tiefe. Ich glaube, sie können es erst, wenn sie es durchgearbeitet haben, erkennen, was sie gelernt haben. Man merkt das viel bei den Studierenden, die das Gefühl, ja das können wir und ein Jahr später kommen sie und fragen, wie es ganz genau geht. Dabei wäre das vielleicht immer ein Modul gewesen, das sie im Grunde genommen durchgenommen hätten.

Wie geht es jetzt weiter für euch mit digibasics an der PH Bern?

Wir planen weiter, dass die Sekundarstufe, also die dritte Zyklen, das auch braucht, partiell in ihrem Unterricht in den Veranstaltungen. Wir werden das Supportangebot nächstes Jahr noch ausbauen, das heisst es gibt mehr Ateliers, die sich besuchen können. Wir haben die Atelier so gestaltet, dass wir in einem riesigen Raum sind. Der Raum umfasst vielleicht etwa 150 Studierende, aber das ist wie eine Lerninsel. Unsere Vorstellung ist, sie kommen hier hin, vielleicht 30-40, und arbeiten an irgendeinem Lernmodul, von den vier Lernmodulen. Und wir, zwei Dozierende und zwei Tutorinnen, die wir vorher ausbilden, können sie im Grunde noch begleiten in dem Prozess, in dem sie sind. Das ist unsere Vision, also mehr Support geben und auch mit Sekundarstufen zusammenarbeiten.

Und zum Schluss noch das, was wünschst du dir für digibasics oder von digibasics?

Ich glaube, dass man dieses Lernmodul aktuell behalten kann, also dass man hier am Ball bleiben kann, auch aktuell sein kann. Nicht gerade versionsaktuell, aber sicher softwareaktuell. Es gibt nichts Mühsames als veraltete Lerninhalte, wo man sagt, es sieht etwas anders aus, aber braucht doch dieses Tool. Das würde ich mir wünschen. Die bestehenden Lernmodule, die würden die Qualität beibehalten, wie sie haben. Und gerade im Bereich Künstliche Intelligenz, da könnten es noch neue Lernmodule geben, wo wir jetzt schon ahnen, dass sie mal kommen sollten oder in Zukunft gleich mal werden kommen, dass man das nachher ausbauen kann.

Danke vielmals Urs Wildeisen von der PH Bern für das Gespräch und deine Nutzungsgeschichte von digibasics.

Freies Lernen, Live-Support und Atelierlernen

Urs Wildeisen berichtet im Interview, wie er und sein Team im neuen Studiengang Primar (1) im Herbstsemester 2023 die Lernmodule «Bild, Audio & Video» sowie «Datenschutz & Co» (2) eingesetzt haben. Er erläutert das mehrstufige Supportangebot der PH Bern, das die 250 Studierenden nach Bedarf beziehen können: Von der einfachen Mail-Anfrage, über Live-Support hin zum Besuch eines Ateliers vor Ort. Hier bearbeiten die Studierenden in Gruppen und unter fachlicher Begleitung die Praxisaufgaben aus den Lernmodulen.

Studierende haben das Gefühl, dass ihre Anwendungskompetenzen ausreichen und merken, dass ihr Wissen oberflächlich ist.

Urs Wildeisen, PH Bern

Urs spricht über die unkomplizierte Nutzung der offen zugänglichen Lernmodule, welche den Studierenden während des ganzen Studiums und darüber hinaus zur Verfügung stehen. Denn oft würden Studierende ihre Anwendungskompetenzen überschätzen und erst im Verlauf des Studiums feststellen, dass sie zwar über oberflächliches Wissen verfügen, ihnen jedoch vertiefte Digitalkompetenzen fehlen.

Praxisberichte aus erster Hand

Unter dem Hashtag «Nutzungsgeschichten» berichten wir künftig über Schulen, Hochschulen und Personen, die digibasics im Studium und zur persönlichen Weiterbildung erfolgreich und mit Lust einsetzen. Caspar Noetzli lädt zum Gespräch ein und befragt seine Gäste entlang von sieben Fragen zu ihren Erfahrungen mit der Nutzung von digibasics. (3)

Unter dem Hashtag «Nutzungsgeschichten» berichten wir künftig über Schulen und Hochschulen, die digibasics einsetzen.

Caspar Noetzli, PH Zürich

Gesucht: Weitere Nutzungsgeschichten

Hast du ein Lernmodul von digibasics in deiner Lehre eingesetzt oder habt ihr als Schulteam mit einem Lernmodul eine gemeinsame Weiterbildung organisiert? – Schreib uns und berichte von deinen Erfahrungen aus erster Hand. Caspar führt mit dir ein maximal halbstündiges Online-Interview. Die digibasics-Community freut sich auf deinen Bericht. (4)

Autoren: Urs Wildeisen (PH Bern) & Caspar Noetzli (PH Zürich)

22.04.2024

Zur Vertiefung

  1. Der neue Studiengang Primarstufe an der PH Bern.
  2. Im 1. Semester arbeiten die Studierenden mit den Lernmodulen «Bild, Audio & Video» und «Datenschutz & Co.» Im 2. Semester kommen aufbauend die Lernmodule «Text, Präsentation & Tabelle» und «Online-Kommunikation & Online-Kooperation» dazu.
  3. Inspiration zum Interview-Leitfaden ist die Artikelsammlung von educause 7 Things You Should Know About.
  4. Deinen Vorschlag einer Praxisgeschichte sendest du an info@digibasics.ch

Ganzer Beitrag als Audioversion

Zum Seitenanfang

Feedback

Ich fand diesen Text hilfreich:

Beim Speichern deiner Bewertung ist ein Fehler aufgetreten.

Vielen Dank für deine Bewertung.