#Nutzungsgeschichten
digibasics als Instrument für ein Sur-Dossier-Aufnahmeverfahren

Im Interview mit Caspar Noetzli berichtet Nathalie Hermann, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik (HfH), wie sie die Lernmodule von digibasics einsetzt, um Personen ohne formale Zulassungsvoraussetzungen in einem Sur-Dossier-Verfahren das Studium zu ermöglichen und ihre Digitalkompetenzen gezielt zu fördern.

Caspar Noetzli (PH Zürich) & Nathalie Hermann (HfH)

Eine Nutzungsgeschichte zum Hören

Transkript

«digibasics» Nutzungsgeschichte. Bei mir heute zu Gast ist Nathalie Hermann. Nathalie, wer bist du?

Ich arbeite als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik. Die HFH ist eine spezialisierte pädagogische Hochschule mit Fokus auf Heil- und Sonderpädagogische Fragestellungen. Unser Angebot umfasst unter anderem praxisorientierte Studiengänge auf Bachelor- und Masterstufen wie zum Beispiel Logopädie, Psychomodoktherapie oder schulische Heilpädagogik.

Und wie und mit welchem Ziel habt ihr oder hast du digibasics bei euch an der HFH eingesetzt?

Ich bin zuständig für das Zulassungsverfahren «Sur-Dossier» für die Bachelorstudiengänge. Das Verfahren müssen studieninteressierte, die als Quereinsteigende an die HFA kommen möchten, durchlaufen. Quereinsteigende sind Personen, die nicht über die geforderten Zulassungsvoraussetzungen verfügen, also z.B. keine Maturität vorweisen können. Das Ziel des Verfahrens ist, dass sie anhand von Aufgabenstellungen in einem Portfolio und einem sogenannten Kompetenzgespräch ihre Studierfähigkeit aufzeigen. Diese kann man auf verschiedenen Arten und Weisen erreichen. Die basale fachliche Kompetenz der allgemeinen Studierfähigkeit umfasst erst die Sprache Deutsch, Mathematik, Englisch und eben auch ICT. Für den Bereich ICT brauchen wir die digibasics. Es sind sehr unterschiedliche Leute. Es ist immer sehr spannend, sie kennenlernen. Sie kommen aus ganz unterschiedlichen Bereichen und haben sehr unterschiedliche Backgrounds. Die einen arbeiten schon in diesem Bereich. ICT zum Beispiel. Die anderen haben noch keine Erfahrung. Das ist unsere Aufgabe für sie sehr spannend. Ihre Aufgabe ist im Bereich ICT, dass Sie mit digibasics arbeiten. Zuerst schätzen Sie sich anhand des DigiBots selbst ein. Dann stellen sie für sich zusammen, welche Lernmodule sie noch machen möchten, damit sie ihre Lücken am besten füllen können. Sie können sich auch mit der neuen Funktion ein Lernpaket zusammenstellen. Im Portfolio, das ist wie ihre Mappe, Aufgaben, die Sie gelöst haben, zusammenstellen und darin zeigen Sie uns erstens auf, welches Lernmodul Sie absolviert haben und Sie reflektieren auch über Ihren Lernprozess. Sie halten dann auch im Portfolio ihre Lernprozesse fest, indem sie z.B. Screenshots einfügen von ihren Selbsttests oder von den Praxisaufgaben oder was sie auch gemacht haben in den einzelnen Aufgaben. Und sie sind da relativ frei. Unser Verfahren ist wirklich so aufgebaut, dass die KandidatInnen viel für sich mitnehmen sollen, vorbereitet und die Aufgaben löst. Wir setzen auch fest auf Eigenverantwortung. Das Ziel ist effektiv, dass sie im Bereich ICT viel für sich profitieren können. Wir sehen es auch anhand der Feedbacks, dass es gut gelingt und die Kandidatinnen wirklich gut ihre digitalen Kompetenzen vergrössern können.

Welche Erfahrungen hast du mit dieser Zielgruppe «Quereinsteigende» beim Einsatz von digibasics gemacht?

Sie machen sich wirklich fit für ihr Studium und das gehört dazu, dass man sich nochmals mit den digitalen Kompetenzen auseinandersetzt. Wir haben auch jemanden, der in der 50er-Jahre ist. Darum ist es wirklich sehr wertvoll, dass sie sich nochmals ganz vertieft auseinandersetzen. Wir haben fast durchs Band positive Rückmeldungen. Ja, das ist schon sehr erfreulich, dass es so gut ankommt und dass wir in diesem Fall einen guten Reicher hatten und dass es sich sehr gelohnt hat, dass wir diese Aufgabenstellung jetzt mit digibasics machen.

Gibt es Highlights, die besonders herausstechen?

Genau, also ein Highlight für mich ist tatsächlich, dass ich nicht Aufgaben stellen oder etwas selber schaffen muss, weil ich habe jetzt diese Plattform und es ist alles da und es ist alles durchdacht und ich kann sie einfach dort drauf arbeiten lassen und ja, das ist wirklich für mich auch eine grosse Hilfe. Und ein Highlight ist für mich wirklich einfach all die positiven Rückmeldungen, dass sie wirklich das Gefühl haben, sie haben Fortschritt gemacht in der digitalen Kompetenz.

Gibt es auch Stolpersteine, also Dinge, die für dich oder die Lernenden nicht gut funktionieren?

In diesen detaillierten Antworten lese ich manchmal schon etwas Kleines. Z.B. jemand fand, es sei kein übersichtliches Auswahlmenü. Oder jemand schrieb, es hat länger gebraucht, bis er gesehen hat, wo man die Lesezeichen setzen kann. Aber es sind kleinere Dinge, die sie sehr genau nehmen im Feedback. Aber alles in allem fand ich nicht, dass irgendwie Stolpersteine da waren, die jemand gefunden hat. Ich kann gar nicht arbeiten mit dem. Das sah ich nicht.

War das das erste Mal, dass du digibasics so eingesetzt hast? Wie geht es weiter in der Zukunft mit digibasics bei euch?

Ich verwende es eigentlich seit Anfang an. Ich weiss gar nicht, wie viele Jahre es jetzt schon sind. Meine Kollegin von der HFH, die dabei ist in dieser ganzen Entwicklung, hat mich ziemlich schnell auf das aufmerksam gemacht, dass es eine Option für uns wäre. Da sind wir schon relativ lange dran. Es gibt keine Änderungen. Wir halten es weiterhin so bei. Das Schöne ist die neue Option, die ein Lernpaket gibt, mit einer guten Übersicht, an was sie sind und ob sie es schon fertig haben. Aber sonst geht es bei uns so weiter wie bisher. Wir sind sehr zufrieden.

Wenn du zum Schluss noch etwas wünschen dürftest für digibasics, was wäre das?

Für digibasics wünsche ich mir, dass ihr noch mehr Leute erreichen könnt, dass das Potenzial der Plattform möglichst ausgiebig genutzt werden kann. Wie gesagt, im Moment bin ich sehr glücklich damit und habe nicht noch einen spezifischen Wunsch für eine Änderung. Ich sehe, dass da unglaublich viel gedacht wird an diesem Projekt. Ich finde es wirklich eine gute Sache und hätte da nichts zu wünschen.

Vielen Dank, Nathalie Herrmann, für das Gespräch und für deine Nutzungsgeschichte von «digibasics».

Im Zulassungsverfahren «sur dossier» für Bachelor-Studiengänge(1) können Studieninteressierte ohne formale Zulassungsausweise ihre Studierfähigkeit nachweisen. Diese umfasst neben Deutsch, Mathematik und Englisch auch grundlegende ICT-Kompetenzen. Ziel ist es, unterschiedliche Bildungsbiografien zu berücksichtigen und Studierfähigkeit kompetenzorientiert zu beurteilen. Im Zulassungsverfahren wird geprüft, ob die Kandidat:innen, die erforderlichen Kompetenzen für ein Studium auf Bachelorniveau aufweisen.

Für den Bereich ICT arbeitet die HfH mit den Lernmodulen von digibasics. Die Teilnehmenden kommen aus sehr unterschiedlichen beruflichen Kontexten und verfügen über unterschiedlich ausgeprägte digitale Vorkenntnisse. Wichtig sei ein flexibles und individuelles Vorgehen, so Hermann.

Individuelles Lernpaket

Zu Beginn schätzen die Kandidatinnen und Kandidaten sich mithilfe des digibot(2) selbst ein. Auf dieser Grundlage wählen sie passende Lernmodule aus oder stellen für sich ein individuelles Lernpaket(3) zusammen. Damit können sie Lerninhalte aus verschiedenen Lernmodulen auf digibasics auswählen, ganze Kapitel oder einzelne Themen. So stellen sie sich ihr persönliches Lernprogramm zusammen.

Lernportfolio zum Kompetenznachweis 

Die bearbeiteten Selbsttests und Praxisaufgaben dokumentieren die Personen in einem Portfolio. In diesem begründen sie ihre Auswahl, reflektieren ihren Lernprozess und weisen die vertieften Kompetenzen nach.(4) Ein Kompetenzgespräch schliesst das Sur-Dossier-Verfahren an der HfH ab.(5)

Eigenverantwortliches Lernen

Das Verfahren ist stark auf Eigenverantwortung ausgerichtet. Ziel ist es, dass die Teilnehmenden ihre ICT-Kompetenzen bedarfs- und situationsbezogen erweitern und sich damit gezielt auf ihr Studium vorbereiten können. Rückmeldungen zeigen, dass dies gut gelingt – auch bei älteren Quereinsteigern. Von den Verantwortlichen wird besonders geschätzt, dass mit digibasics eine didaktisch durchdachte Plattform zur Verfügung steht und keine eigenen Aufgaben entwickelt werden müssen.

Autor:innen: Caspar Noetzli, PH Zürich & Nathalie Hermann, HfH 

Zur Vertiefung 

  1. Zulassungsverfahren «sur dossier» für die Bachelorstudiengänge der HfH 
  2. Der «digibot» generiert nach der Beantwortung von Fragen zu den Interessen und Vorerfahrungen eine Empfehlung zur Bearbeitung der Lerninhalte auf digibasics.ch. Aktuell (Februar 2026) berücksichtigt der digibot acht Lernmodule der ersten Entwicklungsphase. Der digibot wird bis Ende 2026 um acht weitere Lernmodule erweitert. 
  3. Individuelles Lernen mit der Funktion «Lernpakete» 
  4. Im Lernmodul «Digital lernen und arbeiten» wird auf das Planen eines Lernvorhabens und das Führen eines Portfolios (ePortfolio) eingegangen und es werden verschiedene Tools vorgestellt. 
  5. Ausführungsbestimmungen Zulassungsverfahren «sur dossier» für Bachelor-Studiengänge

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#Nutzungsgeschichten
digibasics an der Fachschule Viventa

Die Fachschule Viventa ist das Kompetenzzentrum für Aus- und Weiterbildung der Stadt Zürich. Entlang ihrer Vision (1) bietet die Fachschule Viventa ein breites Angebot in den Bereichen Berufsvorbereitung, Integration, Erwachsenen- und Elternbildung und führt die Sonderschule Viventa15plus. – Regula Leemann unterrichtet dort junge Erwachsene mit Migrationshintergrund im Rahmen eines Pilotprojekts zur beruflichen Orientierung und nachhaltigen Integration in den Arbeitsmarkt – einer Kombination aus Schule und Praxis. Im Gespräch mit Caspar Noetzli (PH Zürich) berichtet sie, wie digibasics im Informatik- und Medienbildungsunterricht eingesetzt wird.

Eine Nutzungsgeschichte zum Hören

Transkript

Digibasics Nutzungsgeschichten. Bei mir heute Gast ist Regula Lehmann. Regula, wer bist du?

Mein Name ist Regula Lehmann. Ich arbeite seit dem letzten August an der Fachschule Viventa. Die Fachschule Viventa ist eine Schule mit breit gefächerten Angeboten. Es hat Berufsvorbereitung, Berufsorientierung, Integrationsangebote. Es hat aber auch Erwachsenen- und Elternbildung. Und es hat eine grosse Abteilung Sonderschule für Jugendliche mit Einschränkungen. Ich arbeite dort in einem Pilot mit. Das ist eine Berufsorientierung für junge Erwachsene mit Praktikum. Und sie kommen einen Tag in die Schule. An diesem einen Tag haben sie eine Lektion. Das Fach heisst Informatik und Medienbildung.

Kannst du mir erzählen, wie du digibasics bei euch an der Viventa einsetzt?

Eigentlich nur in einem Modul, das ihr anbietet. Das sind Texttabellen und Präsentationen. Ich arbeite vor allem mit dem Word. Wie kann ich Texte formatieren usw.? Mein Fokus ist, sie zu befähigen, dass sie in der Praxis das Bisschen, das sie an digitalen Grundkenntnissen haben müssen, ist, dass sie schreiben können. Ob es eine E-Mail ist, eine Bewerbung, eine Mitteilung an das Team, was auch immer. Sie müssen schreiben können und den Text so schreiben, wie es für sie gut ist. Sie müssen ein Werkzeug haben, um das zu bearbeiten. Wir haben immer eine hohe Heterogenität in der E-Klasse. Da kommt jemand, der kurz vor dem Master of Business Administration war, aus einem asiatischen Land zu uns. Und dann haben wir jemanden, der noch nie ein Laptop aufgemacht und gestartet hat. Das ist der Bogen, das Spektrum, wo ich das abdecken muss. So wie digibasics aufgebaut ist, ist es für mich einfach so, dass sie genau dort, wo sie wirklich sind, weitermachen können. Oder wo sie es spannend finden, können sie einhängen und weitermachen. Die Eltern müssen halt wirklich bei den Schriftdaten anfangen und die anderen können schon viel weiter und auch andere Dinge machen. Mir ist grundsätzlich egal, was sie machen. Sie können auch bei den Videoschneiden schauen. Ich möchte, dass sie mir am Schluss sagen können, was sie gelernt haben, in der Zeit, in der ich sie zur Verfügung stelle.

Wenn ich dich richtig verstehe, arbeiten deine Jugendlichen also mit diesem Modul von digibasics im Präsenzunterricht und du unterstützt sie individuell, wenn sie Hilfe brauchen. Setzt du auch die Praxisaufgaben von digibasics ein. Ich kann mir vorstellen, dass diese für deine Zielgruppe vielleicht nicht so richtig passen.

Die passen nicht. Nein, sie sind zu anspruchsvoll. Eigentlich auch, weil sie dann doch auch viele Texte verstehen müssen. Aber ich habe einen eigenen Kompetenznachweis, wo ich einfach die Grundelemente des Words nehme und sage, das müssen sie können. Ich habe die Anwendungskompetenzen von euch genommen. Daraus habe ich vielleicht etwa zwölf Anwendungskompetenzen, aus denen wir Kompetenzen nachweisen können. Das machen wir ganz praktisch. Wir haben einen Text, den wir bearbeiten müssen. Vielleicht so Punkte, fünf, sechs Dinge.

Und was hast du bisher für Erfahrungen gemacht mit dem Einsatz von digibasics in deinem Szenario?

Grundsätzlich sehr positive Erfahrungen, weil gerade das Textmodul, das umgeht mit Word, hat Videos drin. die ohne Sprache auskommen. Sie sind rein, schauen, versuchen zu verstehen, nach ihnen übergehen, vielleicht in ein eigenes Beispiel von einem Text, den sie haben, und das direkt anwenden. Sie müssen also nicht nochmals eine sprachliche Hürde überwinden, sondern sie können allein durch Beobachtung etwas aufzubauen, einfach eine Kompetenz oder eine Fähigkeit aufzubauen, die ich total gut finde, dass sie das auch ohne Sprache können. Und sie schätzen das auch sehr. Ich mache zum Beispiel die Einstiegstests nicht mit ihnen, weil das überfordert sie. Es ist ein sprachliches Niveau, das sie haben, das sie spiegeln. «Ah, ich kann das immer noch nicht, ich verstehe das immer noch nicht.» Aber gerade die Videos, die nicht besprochen sind, sind der Hit für sie.

Gibt es noch weitere Highlights, die du uns davon erzählen möchtest?

Ich erlebe hier auch solche Aha-Erlebnisse, ganz spontane. Es ist so schön, wenn sie aus dieser Spontanität etwas angewendet haben und es klappt. Sie merken auch, «Aha, so macht er das. Und jetzt kann ich es.» Das sind sehr schöne Momente. Das ist das Eine. Das andere, was ich auch immer feststelle, ist, es ist nicht so, dass wir viel Zeit haben, die ich Ihnen zur Verfügung stelle. Aber in dieser Zeit, wenn Sie wirklich mal dort sind, wo Sie an ihrem Weiterkommen arbeiten mit dem neuen Modul, dann haben sie einen unglaublich hohen Fokus. Das ist ja manchmal fast spürbar in einem Klassenzimmer. Das finde ich auch total. Das sind so Highlights. Das finde ich sehr, sehr schön.

Und Stolpersteine gibt es auch?

Stolpersteine gibt es einige. Ich habe es schön erwähnt überall, wo es eine anspruchsvollere Sprache ist, das ist das eine. Und ganz allgemein müssen sie eine gewisse Grundmotivation mitbringen. Und das ist mit digibasic einfach nicht anders.

Und wie geht es jetzt weiter mit digibasics bei dir?

Ich habe gemerkt, dass einige von den Lernenden richtig die Idee erfasst haben. Und sie haben gemerkt, wow, das ist so gross, was hier geboten wird. Und dass sie einfach auch selber dann, ausserhalb der Lektion, selber weitermachen. Es gab jemanden, der zurückkam und sagte, er habe sich nochmals bei den Bildern nachgeschaut. Mit dem Datenschutz habe ich auch reingeschaut. Dann haben sie noch ein wenig Excel, das kann digibasics sowieso besser erklären als ich. Und ich bin natürlich total gespannt auf euer Modul. Digitale Geräte im Alltag.

Was wünschst du dir für digibasics für die Zukunft?

Anschliessend an meine Highlights, warum ich das so positiv finde. Möglichst viele Videos ohne Sprache. Also Anwendungen. Das ist meine Zielgruppe und nicht die typische von euch, die ihr avisiert habt. Aber das finde ich auch schon spannend. Nur das beobachten und dann rübergehen und es selbst anwenden zu versuchen. Du musst dich in einem Moment konzentrieren, wechseln, vielleicht auf einen anderen Bildschirm. Das finde ich einfach spannend.

Vielen Dank, Regula Lehmann, für das Gespräch und für deine Nutzungsgeschichte von digibasics.

Die Lernenden der Klasse «Berufsorientierung für Erwachsene mit Praktikum» (2) besuchen an einem Tag pro Woche die Schule. Im Fach «Informatik & Medienbildung» arbeiten sie mit dem digibasics-Lernmodul «Text, Tabelle, Präsentation». Der Fokus liegt dabei auf Word: Texte formatieren, einfache Mitteilungen schreiben, E-Mails oder Bewerbungen verfassen – Grundfertigkeiten, die sie im Alltag brauchen.

Die Heterogenität in der Klasse ist gross. Einige der Lernenden bringen bereits umfassende Vorkenntnisse mit, andere haben zum ersten Mal einen Laptop in den Händen. Für Regula Leemann ist das jedoch kein Hindernis – im Gegenteil: «So, wie digibasics aufgebaut ist, können die Lernenden genau dort weitermachen, wo sie stehen oder was sie interessiert.»

Besonders geschätzt werden die Videos, welche ohne Sprache auskommen. «Das ist für meine Zielgruppe ein grosser Vorteil – Die Lernenden müssen keine sprachlichen Hürden überwinden, sondern können direkt durch Beobachtung lernen.» Die Einstiegstests oder die Praxisaufgaben von digibasics setzt sie bewusst nicht ein, da diese die fremdsprachigen Lernenden sprachlich überfordern würden. Stattdessen hat sie basierend auf den Anwendungskompetenzen von digibasics eigene Kompetenznachweise entwickelt.

«Es ist schön zu erleben, wenn die Lernenden plötzlich sagen: Jetzt kann ich es!», erzählt sie. «In solchen Momenten, in denen die jungen Erwachsenen vertieft an ihrem persönlichen Weiterkommen arbeiten, entsteht ein spürbarer Fokus im Klassenzimmer.» Einige der Lernenden nutzen digibasics sogar ausserhalb des Unterrichts und entdecken selbstständig Module wie «Bild, Audio, Video» oder «Datenschutz & Co.»

Ihr Wunsch für die Zukunft von digibasics? «Mehr Videos ohne Sprache – das entspricht genau den Bedürfnissen meiner Lernenden.»

Autoren:innen: Caspar Noetzli (PH Zürich) & Regula Leemann (Fachschule Viventa)

9.4.25

Zur Vertiefung 

  1. Über die Fachschule Viventa Stadt Zürich
  2. Lehrgang Berufsorientierung für Erwachsene mit Praxis
  3. Imagefilm der Fachschule Viventa Stadt Zürich

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#Nutzungsgeschichten
digibasics an der Berufsfachschule Liestal

Die kaufmännische Berufsfachschule in Liestal Basel-Land (kvBL), treibt die digitale Transformation mit Hilfe von digibasics aktiv voran. Paolo Dettwiler, langjähriger Lehrer und Pädagogischer ICT-Supporter (PICTS) berichtet im Interview mit Caspar Noetzli, wie seine Schule die Lernmodule von digibasics einsetzt, um die Digitalkompetenzen der Lehrpersonen zu fördern. 

Caspar Noetzli, PHZH & Paolo Dettwiler, kaufmännische Berufsfachschule Liestal BL

Eine Nutzungsgeschichte zum Hören

Traskript

Digibasics Nutzungsgeschichten. Bei mir heute am Telefon Paolo Detwiller. Paolo, wer bist du?

Ich bin Lehrperson der zweiten Sekundarstufe an der Schule kvBL in Liestal. Wir sind also eine kaufmännische Berufsfachschule. Ich unterrichte seit über 20 Jahren Geschichte und Englisch, auch Bilingual an dieser Schule. Ich bin aber nebenbei auch PICTS und engagiert in der digitalen Transformation unserer Schule.

Kannst du mir erzählen, wie ihr digibasics bei eurer Berufsfachschule einsetzt?

Bei uns braucht man das für ein Konzept, ein Projekt, das wir gestartet haben. Es nennt sich «Digitale Kompetenz der Lehrpersonen fördern». Es beginnt mit einer Selbsteinschätzung, die sich auf insgesamt zehn digitale Basiskompetenzen bezieht. Diese Selbsteinschätzung orientiert sich am europäischen Referenzrahmen. Eigentlich von den Sprachen ursprünglich, A1 bis C2. Und da würde man jeweils sagen, okay, da stand ich, da möchte ich hin. Was ist für mich in meinem Umfeld gerade wichtig oder nicht wichtig? Und ich brauche Weiterbildung in diesem Bereich jetzt im hohen Mass oder auch gar nicht. Das ist so ein Excel-File, welches wir hergestellt haben. Und das dreht man dann ins MitarbeiterInnengespräch und das wird dort besprochen. Dann werden so ein bis zwei Schwerpunkte pro Jahr festgelegt, wo man sich besonders entwickeln möchte. Und das würde man dann natürlich in einem Jahr anschauen. Jetzt bekommt man von B1 zu B2 einerseits tatsächlich indem man ein Modul von digibasics durcharbeitet, was sich eigentlich ermöglichen sollte. Oder man tatsächlich etwas ganz anderes sucht, einen Präsenzkurs oder einen Online-Kurs. Es gibt ja unzählige Angebote, kostenpflichtige und auch solche, die nicht kosten.

Und welche Module von digibasics kommen denn zum Einsatz bei euch? Kann man sich vorstellen, dass ein Modul wie Informatik vielleicht für euch weniger interessant ist?

Das ist natürlich ein sehr wohl zentrales Thema, weil wir ja kaufmännische Berufsleute ausbilden. Allerdings nicht bei den Lehrpersonen, da haben wir teilweise noch ein wenig Nachholbedarf. Wir hatten zwar schon lange alle Tools vor der Pandemie im Einsatz, aber noch nicht so richtig umgesetzt für alle. Wir haben eigentlich alle acht von diesen Modulen aufgeführt. Man kann ja selbstständig nicht jede Kompetenz maximal ausfahren sondern es geht auch darum, dass man selber sagt, ich will in zwei oder drei von diesen digitalen Basiskompetenzen jetzt einmal weiterkommen dieses Jahr oder nächstes Jahr. Und ich habe jetzt auch gesehen, dass es noch drei neue Module gibt, die, glaube ich, noch nicht freigegeben sind. Wir haben die 8 Module als Basiskompetenzen definiert, plus noch haben wir 2 selbst dazu genommen, das wäre interessant, KI für Lehrpersonen und weitere digitale Tools wie zum Beispiel Padlet oder ClassTime usw.

Habt ihr schon Erfahrungen gemacht mit dem Einsatz von digibasics, konkret im Rahmen eures Konzepts?

Wir haben es mit den PICTS zusammen durchgespielt und angeschaut. Deswegen sind wir auf digibasics gekommen, weil es ja noch andere Tools in Europa gibt. Aber das ist tatsächlich das, was für das, was wir es brauchen, am besten geeignet ist, weil es diese drei Stufen quasi hat. Angefangen mit dem Selbsttest und dann weitergehend zu den anderen Komponenten.

Also der konkrete Einsatz mit Lehrpersonen und auch das Aufgreifen in diesen Mitarbeitergesprächen, das ist noch ein bisschen Zukunftsmusik. Zu dem könntest du mir dann vielleicht in einem Jahr oder so nochmal mehr erzählen.

Das ist genau richtig. Wir sind jetzt in der Phase vom Herbst bis zum nächsten Frühling, in der die MitarbeiterInnen Gespräche laufen. Die Schulleitung erhebt anonymisiert die Daten. Also wie viele stehen in diesem Kriterium bei B1, wie viele stehen bei C1 usw. Wo möchten sie hin? Und dann werden wir das auswerten und daraus können wir einerseits bei uns intern ein Weiterbildungsberatungsangebot machen und sagen, das wäre ideal, wenn du bei digibasics das und das Modul durcharbeiten würdest. Oder etwas anderes machen. Und dann, nächsten Frühling, nächsten Frühsommer, soll das alles evaluiert werden. Und vielleicht auch gleich angepasst werden. Ich bin jetzt sehr gespannt, was euch die drei neue Module, was die genau inhaltlich erbieten werden, vielleicht auch das Raster anpassen und das Konzept insgesamt. Es sollte aber verheben, dass wir das die nächsten drei, vier Jahre umsetzen können und eine deutliche Steigerung der digitalen Kompetenz der Lehrpersonen beobachten können.

Gibt es für dich Highlights bei digibasics, also Dinge, die dir besonders gut gefallen?

Es ist sicher ein Angebot selbst, also Themen, die angeboten werden, die sehr gut gruppiert sind. Also Bild, Audio, Video, Textpräsentationen, Tabellen, Datenschutz usw. Das trifft das, was ich denke, dass Lehrpersonen brauchen. Ich glaube, wenn ich es richtig verstehe, ist DigiBasics eigentlich für Lehrpersonen, die in der Ausbildung sind. Aber wir haben ein anderes Problem. Wir haben sehr gut ausgebildete Lehrpersonen. Allerdings gibt es bei den digitalen Kompetenzen einen grossen Unterschied, weil natürlich auch die Altersstruktur sehr durchmischt ist. Sie sind alle gleich weit. Und diese Struktur von digibasics, denke ich, ermöglicht es uns, einen gewissen Ausgleich zu schaffen vom Know-How der Lehrpersonen bezüglich der digitalen Kompetenzen.

Gibt es Elemente von digibasics, wo du denkst, da könnten unsere Lehrpersonen darüber stolpern? Oder ganz allgemein, gibt es Wünsche von dir oder von euch an digibasics für die Zukunft?

Also mit dem, was jetzt hier liegt, von digibasics eigentlich nicht. Allerdings ist jetzt das Konzept, von dem ich erzählt habe bei uns, das hat eigentlich noch eine zweite Stufe, wo wir dann in vier, fünf Jahren oder so auch starten möchten. Und zwar gibt es einen europäischen Referenzrahmen für Lehrkräfte, was berufsbezogene digitale Kompetenzen betrifft. Und da sind die digitalen Basiskompetenzen ein Teil davon, aber dort hat es noch viel mehr Teile. Und was natürlich eigentlich das Tool, das ich gesucht hätte, gewesen wäre, ich kann die Kriterien nehmen und einen Selbsttest machen und am Schluss weiss ich, bin ich jetzt A2, bin ich C1, wo stand ich eigentlich im Vergleich zu anderen. Es gibt so ein Tool auf europäischer Ebene, bei dem die Kompetenzen in Bezug auf den gemeinsamen europäischen Referenzrahmen tatsächlich abbilden, wo man sich selber testen kann. Das ist auch schon über 200’000 Mal durchgeführt worden. Und das wäre natürlich jetzt eigentlich auch mein Zukunftswunsch für digibasics, dass es irgendeinen Bezug gibt zu diesem europäischen Referenzrahmen. Weil an sich ist es inhaltlich, denke ich, ist es eigentlich da, aber es fehlt irgendwie noch so aus meiner Sicht der Link zu diesem Referenzrahmen.

Vielen Dank, Paolo Detwiller, für das Gespräch und deine Nutzungsgeschichte von digibasics.

Im Rahmen des Projekts «Digitale Kompetenzen der Lehrpersonen fördern» der kvBL (1) starten die Lehrpersonen mit einer Selbsteinschätzung. Diese Einschätzung (gegliedert in digitale Basiskompetenzen und Kenntnisse der Didaktik des digitalen Unterrichts) basiert auf zehn Basiskompetenzen und orientiert sich sich am europäischen Referenzrahmen DigiCompEdu (2). Damit können Lehrkräfte den Stand ihrer Digitalkompetenzen erörtern und Entwicklungsziele bestimmen. Diese werden im Mitarbeitergespräch besprochen und individuelle Schwerpunkte zur Weiterentwicklung festgelegt. 

Die Lernmodule von digibasics würden sehr genau die Bedürfnisse der Lehrerinnen und Lehrer am kvBL widerspiegeln, so Paolo Dettwiler. Insbesondere werden die Lernmodule «Bild, Audio, Video» (3) und «Datenschutz & Co.» (4) von Lehrpersonen geschätzt. 

Auf seine Wünsche an digibasics angesprochen: «Ein Tool, das unsere Lehrpersonen nach einem Selbsttest auf die entsprechende Kompetenzstufe einordnet, würde die individuelle Orientierung erleichtern und Vergleiche ermöglichen.» Vergleiche «Selfie for Teachers» (5).

Autoren: Caspar Noetzli (PH Zürich) & Paolo Dettwiler (kvBL)

6.11.2024

Zur Vertiefung 

  1. Website der kaufmännischen Berufsfachschule in Liestal Basel-Land (kvBL)
  2. DigiCompEdu
  3. digibasics Lernmodul «Bild, Audio & Video»
  4. digibasics Lernmodul «Datenschutz & Co.»
  5. Selfie for Teachers – Selbsttest der Europäischen Union für Lehrpersonen

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#Nutzungsgeschichten
Atelierlernen mit digibasics an der PH Bern

Die PH Bern setzt seit kurzem die Lernmodule von digibasics im neuen Studiengang der Primarstufe ein. Caspar Noetzli im Gespräch mit Urs Wildeisen, Modulverantwortlicher Medien und Informatik, über die Nutzung der Lernmodule in freiwilligen Ateliers und wie sie Leistungsnachweise anhand der angebotenen Praxisaufgaben organisieren.

Caspar Noetzli, PH Zürich & Urs Wildeisen, PH Bern

Nutzungsgeschichte zum Hören

Transkript

Digibasics Nutzungsgeschichten. Heute bei mir am Telefon, Urs Wildeisen. Urs, wer bist du?

Ich bin ursprünglich Lehrperson. Ich habe die 5. und 6. Klasse in Aarberg im Seeland unterrichtet. Ich arbeite seit etwa 10 Jahren an der PH Bern, der Pädagogischen Hochschule Bern. Und hier leite ich unter anderem das Modul Medieninformatik 1 und 2. Aber auch ein Wahlmodul, Natur- und Roboter ist eines oder Programmieren mit Kindern, wo Studierende in die Schule rausgehen. Und jetzt seit neuestem im Studiengang 23 leite ich Digital Skills.

Und wie habt ihr die digibasics bei euch an der PH Bern eingesetzt?

Wir haben einen neuen Studiengang in unserer pädagogischen Hochschule. Wenn du von dem redest, ist das im Zyklus 1 und 2 am Institut für Primarstufen. Und da haben wir ein neues Professionalisierungsmodul, Dort haben wir einen Credit, also 30 Stunden, einen ETCS, den wir für Digital Skills benötigen dürfen. Wir haben das so aufgebaut, dass es über ein Jahr geht. Die Studierenden machen vier von diesen Lehrmodulen, die wir über digibasic zur Verfügung stellen können. Das erste Modul, das sie im ersten Semester haben, ist Bild, Audio, Video und Datenschutz. Wir haben uns für diese zwei Module entschieden. Wir finden, sie sollen möglichst schnell in Kontakt kommen mit Bildverarbeitung, Audioaufnahmen schneiden und zur Verfügung stellen, sowie Videoaufnahmen generieren und einbetten auf einer Plattform wie in unserem Fall Switch Portfolio. Ebenfalls wichtig ist Datenschutz von uns aus gesehen. Wenn Sie zur Schule gehen, werden Sie Schülerinnen und Schüler interviewen, fotografieren, dokumentieren, damit sie wissen, was sie nehmen dürfen. Dann müssen Sie die Lehrpersonen, die Schulleitungen oder die Eltern nachfragen für die Rechte anfragen.

Welche Erfahrungen habt ihr mit digibasics gemacht? Hat sich digibasics bei euch bewährt?

Grundsätzlich ja. Es hat sich sehr bewährt sogar. Wir waren am Anfang nicht ganz sicher, welchen Inhalt wir Ihnen zur Verfügung stellen wollen. Wir haben nicht so viele Stunden. Wenn man sich anschaut, was eure 8 Module an Stunden brauchen, die 60 Stunden, das schaffen wir nicht, weil wir zu wenig Zeit haben. Also müssen wir uns entscheiden für 4 von uns aus gesehen relevanten Modulen. Wir haben unsere Module Medien und Informatik 1, welches Sie im ersten, zweiten Semester haben und Medien und Informatik 2, die wir mit den Informatikinhalten etwas entschlacken wollen und die Anwendungskompetenz auslagern. Das haben wir von mir aus gesehen geschafft mit den vorher genannten Modulen, die selbstständig durchgehen. Wie arbeiten wir mit den Studierenden? Es sind 256 Studierende, die letzten Sommer angefangen haben. Die arbeiten relativ autonom. Das heisst die erarbeiteten zwei Module im Selbststudium und die geben dazu im Grunde eure Praxisaufgaben, die ich sehr gut finde, die wir in Kooperation mit euch gemacht haben und entwickelt haben, die geben die ab. Für eine Plattform bei uns ist das Switchportfolio. Sie werden aber nicht alleine gelassen, sondern Sie können auch Support holen. Wir haben drei Ebenen. Die erste Ebene ist asynchron über E-Mail, Verkehr ganz gewöhnlich. Die zweite Ebene ist über Teams. Sie können mit uns Konferenzen führen, bei denen wir Sie live supporten können. Sie können sich den Bildschirm teilen, wenn Sie online bei uns teilnehmen wollen. Die dritte Ebene ist vor Ort. Es sind vierstündige Ateliers, bei denen Sie sich anmelden und konkrete Fragen stellen. Zu welchem Modul habe ich welche Frage oder komme ich nicht mehr weiter? Dann kommen Sie bei uns vorbei und können alleine, zu zweit oder auch in Gruppen das erarbeiten, weiterschaffen, in Unterstützung mit uns. Aber Unterstützung braucht es von mir aus gesehen nicht, im Durchführen von euren Lernmodulen, die sind sehr selbst erklärt und klar, sondern mehr, sie haben Aufnahmen, die sie einfach vom Smartphone nicht überbringen auf den Computer, sie können das Video nicht einbetten, sie wissen nicht, was ein Cloud-Code ist. Das sind solche niedrigschwelligen Fragen, die auftauchen.

Urs, gibt es für dich ein Highlight in digibasics?

Ja, ich sage dir gleich, welches. Ich glaube, wir sind als externen Partner, die nicht aktiv mitgemacht haben an diesen 8 Lehrmodellen, zugestossen. Mehr oder weniger per Zufall. Wir sind recht offen aufgenommen worden von euch mit unserer Idee, dass wir das mal mit 250 Studierenden versuchen. Wir haben das letztes Semester evaluiert, mit Erstsemestlern und mit Sechstsemestlern, mit je 40 Studierenden, die die Lehrmodelle teilweise durchgemacht haben. Das kam sehr gut an. Daraufhin habt ihr dann noch Änderungen vorgenommen und die Praxisaufgaben angepasst. Das ist sicher mal eines der grossen Highlights, dass wir schon noch eine unkomplizierte Kooperation haben und unsere Studierende können von mir aus gesehen extrem profitieren. von diesem riesigen Wissen, welches sie aufgebaut haben, aber auch von dieser unkompetenten Zugangsart. Also es ist offen, sie hat Creative Commons Lizenzen, kann das ohne Probleme benutzen, sie kann das auch weiterempfehlen oder weiterverwenden im Schultag als Lehrperson. Das finde ich ein riesiger Fundus, welchen ihr hier geschaffen habt.

Sind ihr auch auf Stolpersteine gestossen beim Einsatz von digibasics?

Ja, da würde ich zwei nennen. Auf unserer Seite ist, wir haben ihnen so viele Freiheiten gelassen. Du weisst, wie das ist, wenn du studierst, bist du von anderen Modulen oder anderen Veranstaltungen genötigt, etwas schneller abzuliefern. Bei uns ist es auf einer sehr offenen und auf einer freiwilligen Basis. Die haben es recht weit hinten rausgeschoben und hatten fast zu wenig Zeit, um zu investieren. Ich glaube, wir werden es nächstes Semester so abholen, dass sie früher etwas abgeben müssen, wo wir sie etwas leiten können oder ein wenig Feedback geben können, wo sie ungefähr stehen. In den nächsten zwei Modulen werden sie von uns aus ein wenig früher abgeben müssen, damit man eher eingreifen kann. Das ist sicher mal etwas, was wir gelernt haben. Und das Zweite, was wir gelernt haben, ist die Basiskompetenz. Viele Studierende haben das Gefühl, die kann ich doch, ich habe doch mit Word schon mal ein wenig gearbeitet. Das bringt es auch noch knapp hin. Das hatte man im Gymnasium schon einmal. Das ist fast ein oberflächliches Halbwissen. Es geht zu wenig in die Tiefe. Ich schaue mal, sehr in die Tiefe. Ich glaube, sie können es erst, wenn sie es durchgearbeitet haben, erkennen, was sie gelernt haben. Man merkt das viel bei den Studierenden, die das Gefühl, ja das können wir und ein Jahr später kommen sie und fragen, wie es ganz genau geht. Dabei wäre das vielleicht immer ein Modul gewesen, das sie im Grunde genommen durchgenommen hätten.

Wie geht es jetzt weiter für euch mit digibasics an der PH Bern?

Wir planen weiter, dass die Sekundarstufe, also die dritte Zyklen, das auch braucht, partiell in ihrem Unterricht in den Veranstaltungen. Wir werden das Supportangebot nächstes Jahr noch ausbauen, das heisst es gibt mehr Ateliers, die sich besuchen können. Wir haben die Atelier so gestaltet, dass wir in einem riesigen Raum sind. Der Raum umfasst vielleicht etwa 150 Studierende, aber das ist wie eine Lerninsel. Unsere Vorstellung ist, sie kommen hier hin, vielleicht 30-40, und arbeiten an irgendeinem Lernmodul, von den vier Lernmodulen. Und wir, zwei Dozierende und zwei Tutorinnen, die wir vorher ausbilden, können sie im Grunde noch begleiten in dem Prozess, in dem sie sind. Das ist unsere Vision, also mehr Support geben und auch mit Sekundarstufen zusammenarbeiten.

Und zum Schluss noch das, was wünschst du dir für digibasics oder von digibasics?

Ich glaube, dass man dieses Lernmodul aktuell behalten kann, also dass man hier am Ball bleiben kann, auch aktuell sein kann. Nicht gerade versionsaktuell, aber sicher softwareaktuell. Es gibt nichts Mühsames als veraltete Lerninhalte, wo man sagt, es sieht etwas anders aus, aber braucht doch dieses Tool. Das würde ich mir wünschen. Die bestehenden Lernmodule, die würden die Qualität beibehalten, wie sie haben. Und gerade im Bereich Künstliche Intelligenz, da könnten es noch neue Lernmodule geben, wo wir jetzt schon ahnen, dass sie mal kommen sollten oder in Zukunft gleich mal werden kommen, dass man das nachher ausbauen kann.

Danke vielmals Urs Wildeisen von der PH Bern für das Gespräch und deine Nutzungsgeschichte von digibasics.

Freies Lernen, Live-Support und Atelierlernen

Urs Wildeisen berichtet im Interview, wie er und sein Team im neuen Studiengang Primar (1) im Herbstsemester 2023 die Lernmodule «Bild, Audio & Video» sowie «Datenschutz & Co» (2) eingesetzt haben. Er erläutert das mehrstufige Supportangebot der PH Bern, das die 250 Studierenden nach Bedarf beziehen können: Von der einfachen Mail-Anfrage, über Live-Support hin zum Besuch eines Ateliers vor Ort. Hier bearbeiten die Studierenden in Gruppen und unter fachlicher Begleitung die Praxisaufgaben aus den Lernmodulen.

Studierende haben das Gefühl, dass ihre Anwendungskompetenzen ausreichen und merken, dass ihr Wissen oberflächlich ist.

Urs Wildeisen, PH Bern

Urs spricht über die unkomplizierte Nutzung der offen zugänglichen Lernmodule, welche den Studierenden während des ganzen Studiums und darüber hinaus zur Verfügung stehen. Denn oft würden Studierende ihre Anwendungskompetenzen überschätzen und erst im Verlauf des Studiums feststellen, dass sie zwar über oberflächliches Wissen verfügen, ihnen jedoch vertiefte Digitalkompetenzen fehlen.

Praxisberichte aus erster Hand

Unter dem Hashtag «Nutzungsgeschichten» berichten wir künftig über Schulen, Hochschulen und Personen, die digibasics im Studium und zur persönlichen Weiterbildung erfolgreich und mit Lust einsetzen. Caspar Noetzli lädt zum Gespräch ein und befragt seine Gäste entlang von sieben Fragen zu ihren Erfahrungen mit der Nutzung von digibasics. (3)

Unter dem Hashtag «Nutzungsgeschichten» berichten wir künftig über Schulen und Hochschulen, die digibasics einsetzen.

Caspar Noetzli, PH Zürich

Gesucht: Weitere Nutzungsgeschichten

Hast du ein Lernmodul von digibasics in deiner Lehre eingesetzt oder habt ihr als Schulteam mit einem Lernmodul eine gemeinsame Weiterbildung organisiert? – Schreib uns und berichte von deinen Erfahrungen aus erster Hand. Caspar führt mit dir ein maximal halbstündiges Online-Interview. Die digibasics-Community freut sich auf deinen Bericht. (4)

Autoren: Urs Wildeisen (PH Bern) & Caspar Noetzli (PH Zürich)

22.04.2024

Zur Vertiefung

  1. Der neue Studiengang Primarstufe an der PH Bern.
  2. Im 1. Semester arbeiten die Studierenden mit den Lernmodulen «Bild, Audio & Video» und «Datenschutz & Co.» Im 2. Semester kommen aufbauend die Lernmodule «Text, Präsentation & Tabelle» und «Online-Kommunikation & Online-Kooperation» dazu.
  3. Inspiration zum Interview-Leitfaden ist die Artikelsammlung von educause 7 Things You Should Know About.
  4. Deinen Vorschlag einer Praxisgeschichte sendest du an info@digibasics.ch

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