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Daten

Aktivität 1 : ChatGPT, was weisst du über mich? 

Bei der Verwendung von KI werden enorme Datenmengen benötigt. Einerseits stammen diese aus frei verfügbaren Informationen aus dem Internet, aber auch die täglichen Benutzer:innen von KI-Tools wie Chat GPT füttern das System (durch Prompts etc.) mit immer neuen Daten, welche das Tool konstant weitertrainieren. Für viele sind die Chatbots zu einem alltäglichen Werkzeug und Begleiter geworden. Dadurch geben die Benutzer:innen teilweise heikle Informationen von sich oder ihrem Arbeitsort preis, ebenso intime Gedanken, persönliche Probleme und kreative Ideen. 

Aufgabe

Nutzt du ChatGPT oder einen anderen KI-Chatbot? Dann prompte Folgendes: 

“Chat GPT, was weisst du alles über mich? Und was kannst du daraus über mich ableiten, obwohl ich es dir nie explizit mitgeteilt habe? Antworte so detailliert wie möglich.” 

Alternative: Generiere mir einen satririschen Jahresrücklick auf Grundlage meiner bisherigen Anfragen. 

Fragen / Gedanken zur Chatbot-Antwort:  
– Gibt es in der Antwort Fakten, die dich überraschen? 
– Würdest du alle diese Fakten im privaten, beruflichen, öffentlichen Umfeld oder in den sozialen Medien teilen?  
– Gibt es falsche Aussagen / Halluzinationen in der Antwort? Was löst das bei dir aus? 

Aktivität 2 : Was ist mein persönlicher Handlungsspielraum? 

Chat GPT, Google Gemini, Microsoft Copilot, Meta AI – die bekanntesten Chatbots gehören allesamt den grössten amerikanischen Techfirmen. Keine dieser Firmen hat bisher bewiesen, dass sie Datenschutz und einen verantwortungsvollen Umgang mit dieser mächtigen Technologie priorisiert. Stattdessen investieren sie Hunderte Milliarden, um im Wettrüsten als Sieger hervorzugehen. 

Aufgabe

Informiere dich via Internetrecherche bei vertrauenswürdigen Quellen und notiere dir drei Punkte, welche du am ehesten umsetzen wirst. 

Anhaltspunkt für Antworten / Überlegungen

z.B. https://hateaid.org/chatgpt-datenschutz/ (6.11.25): 

«Praktische Tipps, um deine Privatsphäre zu wahren: 

  • Wichtigster Tipp! Deaktiviere den Haken zur Modellverbesserung
    Unter den Einstellungen kannst du verhindern, dass deine Eingaben für das Training künftiger Modelle verwendet werden. 
  • Gib nichts preis, was du privat halten möchtest
    Egal ob du ChatGPT beruflich oder privat nutzt, halte Angaben so allgemein wie möglich und nenne keine echten Namen, Passwörter oder Kontaktdaten. Verzichte zusätzlich auf den Upload von wichtigen Dokumenten und persönlichen Bildern. 
  • Nutze ChatGPT ohne Account
    Auch ohne Login werden zwar technische Metadaten wie deine IP-Adresse verarbeitet. Die Nutzung ohne Account begrenzt jedoch immerhin die Menge persönlicher Informationen, die über dich gesammelt und zukünftig mit dir in Verbindung gebracht werden kann. Allerdings ist die Nutzung ohne Account mit Funktionseinschränkungen verbunden. 
  • Verwende den temporären Chatmodus
    Diese Unterhaltungen werden nicht für das Training der zukünftigen Modellversionen genutzt. Sie bleiben aber bis zu 30 Tage auf den Servern gespeichert und können von OpenAI in dieser Zeit intern zum Beispiel zur Missbrauchserkennung analysiert werden. 
  • Deaktiviere die Memory-Funktion
    Sie speichert persönliche Daten, um Antworten zu personalisieren. Das kannst du mit wenigen Klicks ausschalten. Auch ohne Memory-Funktion solltest du aber darauf achten, keine persönlichen Daten preiszugeben, mit denen ein Profil von dir erstellt werden könnte. 
  • Deaktiviere Analyse- und Performance-Cookies
    Unter den Cookie-Einstellungen kannst du sowohl Analyse- als auch Performance-Cookies deaktivieren. Beide Cookie-Gruppen speichern, wie du mit der Chat-GPT-Website interagierst und verfolgen dein Verhalten teilweise über andere Websites hinweg.» 

Aktivität 3 (Vertiefung): Europäische Alternativen 

Verschiedene Anbieter entwickeln KI-Chatbots unter europäischem Datenschutzrecht und bieten Chatbots an, die mit der amerikanischen Konkurrenz in vielerlei Hinsicht Schritt halten können. Der Markt entwickelt sich sehr schnell, aktuell empfehlen wir Le Chat und Lumo. Le Chat bietet den grösseren Funktionsumfang, Lumo gewichtet Datenschutz noch etwas höher. 

Le Chat (Mistral) 

  • Französisches Unternehmen, EU-Datenschutz 
  • Entwickelt eigene Sprachmodelle 
  • Chats werden standardmässig zum Training der Modelle verwendet, das kann aber deaktiviert werden 

Lumo (Proton) 

  • Schweizer Unternehmen, Infrastruktur mehrheitlich in der EU 
  • Nutzt Modelle Dritter, unter anderen Mistral 
  • Fokus auf maximalen Datenschutz 

Duck.ai (ein Kompromiss) 

  • Die beiden Alternativen kommen nicht ganz an die grossen Player heran. Die Apps bieten weniger Funktionen, die Sprachmodelle können nicht ganz so viel.  
  • Duck.ai bietet anonymisierten Zugriff auf Sprachmodelle von OpenAI.  
  • Wie bei der Suche gilt: Dass die Alternativen weniger Daten über Sie speichern, führt dazu, dass sie weniger personalisiert antworten können. 

Aufgabe

Stelle den vier Chatbots (dein Standard-Chatbot, LeChat, Lumo, duck.ai) viermal dieselbe Frage. Wähle eine, bei derer du die Qualität der Antworten selbst beurteilen kannst. Vergleiche. 

Aktivität 4 (Vertiefung): Praxisaufgabe für Nerds 

Verfügst du bereits über Grundkenntnisse im Coden? Dann probiere https://ollama.com/  

Ollama bietet maximale Privatsphäre, erfordert aber etwas technisches Know-how (und einen starken Rechner). Es verwendet open-source Sprachmodelle direkt auf deinem Gerät – niemand bekommt mit, worüber du dich mit dem Chatbot unterhältst.