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  1. A | Einleitung
    3 Aktivitäten

C2 | Im Team lernen

Meta

  • Video muss noch auf Vimeo gezügelt werden (und wahrscheinlich auch überarbeitet werden)
  • Texte sind generell noch recht rudimentär, die Methoden sehr exemplarisch und auch unverbindlich > Methoden in Accordion?
    • ich würde ein Accordion machen. Ausserdem würde ich die Liberating-Structures vor Design Thinking legen, weil es irgendwie konkreter ist und zum Loslegen einlädt.(Andi)
  • Check-in-Tools gerne ergänzen!
    • du hast meine Lieblingstools aufgezählt (andi)
  • Im Team lernen kann auch bedeuten, dass in bestehenden Gefässen wie Teamstunden, Weiterbildungstagen oder was auch immer der Fokus auf das Von- und miteinander lernen gelegt werden kann.
    • in der Team-Stunde kann zum Beispiel das Format «Lernen zuerst» (aus Lernhacks) eingeführt worden. Dort geben Teammitglieder innerhalb von 10-15 Minuten immer wieder Einblicke in ihre neusten Learnings / Fragen oder lassen die anderen Teilnehmenden was ausprobieren. (Andi)
    • wir könnten auch noch auf das Format Barcamp verweisen. Das mit dem Grund, das in Teams häufig scho so viele Ressourcen vorhanden sind und einfach zu wenig für aktuelle Fragestellungen genutzt oder geteilt werden (Andi).
      JTR: Habe im Dokument «Inhaltsstruktur» einen Vorschlag gemacht –> Lernturbos
  • Aktuell ist den Lernenden wahrscheinlich nicht klar, was sie auf dieser Seite tun sollen – ein Abschnitt zum Überlegen? Oder ein Verweis auf die Praxisaufabe am Schluss des Kapitels?
    • ich würde auf die Praxisaufgabe verweisen (Andi)

Lernen ist ein sozialer Prozess. Auch wenn du ein individuelles Lernvorhaben planst, kann es helfen, Lernpartnerschaften zu bilden. In dieser Lerneinheit stellen wir verschiedene Methoden und Instrumente für das Lernen in Gruppen vor.

Circles fürs Lernen nutzen

Frameworks wie Working Out Loud (WOL) oder LernOS bieten einen Rahmen, um ein individuelles Lernvorhaben im Kreis von Mitlernenden zu verwirklichen. Im folgenden Video wird eine pragmatische Variante von LernOS vorgestellt, welche auf ein persönliches Setting übertragen werden kann:

Transkript

Im Zusammenhang mit agilen Methoden werden immer wieder die gleichen Schlagworte genannt. Oft handelt es sich um Methoden, um als Team effizenter und kreativer zusammenzuarbeiten. 

Working out Loud und LernOS zielen allerdings vorab aufs Individuum. Hier schliessen sich Personen mit einem je individuellen Lernvorhaben zu sogenannten Circles zusammen. Die Gruppe und das methodische Setting werden dabei genutzt, um am Prozess dranzubleiben und sich gegenseitig zu unterstützen. Während WOL einen kommerziellen Hintergrund ist LernOS ein Open Source Framework – die Methode und alle Materialien können frei weiterverwenden und auch bearbeitet werden. 

Im Zentrum von LernOS steht das selbstorganisierte Lernen. Ein Circle besteht aus vier bis fünf Personen und ein Sprint dauert 12 Wochen. In der Regel trifft man sich wöchentlich während einer Stunde

In LernOS werden drei wesentliche Aspekte genannt: 

  1. Das Mindset beschreibt die erforderliche Grundhaltung. So braucht dieses Lernsetting von allen Beteiligten eine grosse Offenheit und auch viel Vertrauen, denn es braucht einiges an Mut, anderen Einblick in den eigenen Lernprozess zu geben. 
  2. Beim Skillset wird auf die 4K (Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und Kritisches Denken) verwiesen, wobei das vor allem digitale Kompetenzen betrifft. 
  3. Und schliessend wird mit dem Toolset eine breite Palette an Methoden und Tools eingesetzt. 

Wir orientierten uns beispielsweise im CAS PICTS an LernOS, adaptierten die Methode aber aus organisatorischen Gründen:

Während eine LernOS-Circle in der Regel ein Zusammenschluss von Gleichgesinnten ist, wurde das Format von einer PH-Person geführt. Um mit der Methode vertraut zu werden ist das fast eine Grundvoraussetzung. An der Kickoff-Veranstaltung vor Ort wurden die Lernvorhaben definiert und die Details Zusammenarbeit geklärt.

Wir beschränkten uns auf sechs Meetings, weil es ein Ding der Unmöglichkeit ist, unter viel beschäftigten, auf verschiedene Kantone verteilte Personen zwölf gemeinsame Termine zu finden. Im Gegensatz zum üblichen LernOS-Setting wurden bei uns die entsprechenden längeren Zeiträume zwischen den Meetings für eine intensive asynchrone Zusammenarbeit genutzt. 

Zum Schluss gab es eine Ausstellung der Lernprodukte und der Prozess wurde gemeinsam ausgewertet.

Um ein relevantes und motivierendes Lernvorhaben zu definieren und das Commitment für die Zusammenarbeit zu formulieren, wurde ein entsprechender Canvas entwickelt. 

Die Treffen laufen immer nach dem gleichen Schema ab. Idealerweise wechselt man sich mit dem Moderieren ab. 

Meist ist es den Circle-Mitgliedern freigestellt, mit welchem Tool sie ihren Lernprozess dokumentieren. Die Bedingung ist, dass alle anderen über einen Link Einblick nehmen und Kommentare hinterlassen können. Oft wurden die Kommentare mit einer anderen Farbe unter den jeweiligen Eintrag geschrieben. Nach allen Durchführungen solcher Circles war man sich einig, dass diese Rückmeldungen sehr geschätzt wurden und dass die Lernmotivation dadurch gesteigert wurde.

Zusammenfassend hier nochmals drei wesentliche Gelingensbedingungen:

  1. Dies Form des Lernens verlangt von allen Beteiligten eine grosse Offenheit, sowohl für die Zusammenarbeit als auch für das Lernergbnis. Oft verändern sich die Ziele und auch das angestrebte Lernprodukt im Laufe des Prozesses.
  2. Für Personen mit einer vollen Agenda und einem unberechenbaren Alltag ist die Verbindlichkeit dieses Settings eine grosse Herausforderung. Das Commitment dem Circle eine hohe Priorität einzuräumen ist deshalb unerlässlich. 
  3. Die Motivation steht und fällt mit dem gesetzten Ziel: Es soll herausfordernd und bedeutsam sein. So erlebt man sich wirksam und am Schluss blickt man stolz auf seinen Lernweg zurück.

Methoden fürs Lernen in Teams

Es gibt eine Unzahl an Methoden und Instrumenten für das Lernen in Teams. Wir greifen in der Folge ein paar gängige Beispiele und Elemente auf.

Liberating Structures

Der Begriff «Liberating Structures» sieht auf den ersten Blick nach einem Widerspruch aus. Die Grundidee dahinter ist, dass Kreativität und das Eröffnen von neuen Perspektiven nie im luftleeren Raum stattfindet, sondern eine gewisse Struktur verlangt. Auf der Webplattform Liberating Structures findest du einen prall gefüllten und hervorragend dokumentierten Methodenkoffer für unterschiedlichste Settings und Situationen. Methoden wie wie 1-2-4-All oder Nine Whys sind bereits weit verbreitet und haben sich in vielen Workshop-Formaten etabliert.

Screenshot der Website liberatingstrucktures.de
Check-in und Check-out

Vor allem wenn man online zusammen lernt, lohnt es sich, das Meeting jeweils mit einem Check-in zu starten und auch wieder mit einem Check-out abzuschliessen. Das gibt dem Austausch einen Rahmen und schafft unter den Beteiligten eine Verbindung. Hier eine Sammlung von möglichen Methoden:

Design Thinking

Design Thinking ist eine kreative und nutzerzentrierte Methode zur Lösung komplexer Probleme. Sie besteht aus mehreren Phasen, die in iterativen Schleifen durchlaufen werde: Verstehen, Beobachten, Sichtweise definieren, Ideen finden, Prototypen entwickeln und Testen.

Im Gruppenlernen fördert Design Thinking kollaboratives Denken, aktives Zuhören und das Einbringen vielfältiger Perspektiven. Dabei entstehen nicht nur innovative Lösungen, sondern auch wertvolle Lernprozesse durch Austausch, Feedback und gemeinsames Ausprobieren.

Transkript

Jeder redet heute von Design Thinking. Ich sehe dazu tausend Workshops, Weiterbildungen, was auch immer. Dieses Wort hat mal etwas von Zaubern und Sport, es ist gar nicht so was. Hallo, ich bin Intra, und wenn ihr genauso für Menschen, Gestaltung und User Experience brennt wie ich, dann abonniert diesen Kanal, um nichts zu verpassen.

Design Thinking: Man kommt aktuell eigentlich nicht mehr drum herum, gerade wenn man im UX-Bereich unterwegs ist. Es gibt unglaublich viele Schulungen und Weiterbildungen. Das Ganze entwickelt sich dann weiter: Design Sprints, Design Labs, die Wolke an Buzzwords wird immer grösser. Ich erkläre heute erst mal, was es mit Design Thinking auf sich hat, und ich fange beim Prozess an. Der Prozess hat sechs Schritte: Verstehen, Beobachten, Sichtweise definieren, Ideen finden, Prototypen entwickeln und zum Schluss Testen. Dazwischen folgen dann ganz viele Iterationen. Wenn man zum Beispiel sagt: „Okay, ich habe eine Sichtweise definiert“, aber erkennt dabei, dass man vielleicht noch nicht alles verstanden hat, dann muss man nochmal zurück zum Anfang. Oder wenn man beim Definieren merkt, dass da noch etwas fehlt, geht man wieder einen Schritt zurück. Es ist also relativ variabel. Und das ist auch die Kernidee: Man geht nicht mit einer komplett vorgefertigten Lösung rein, sondern man versteht erst mal, was die Problematik ist, um dann dafür einen Lösungsansatz zu finden. Man löst sich von der Idee „Ich habe hier eine Business-Idee und wie bringe ich die an den Mann?“, sondern fragt: „Was für ein Need hat die Person überhaupt, und welche Innovation kann ich ihr geben?“

Aber woher kommt dieses Prinzip eigentlich? Schauen wir uns mal den menschenzentrierten Gestaltungsprozess an. Da haben wir: Nutzungskontext verstehen und definieren, Anforderungen ableiten, Gestaltungslösungen entwickeln und das Ganze evaluieren. Versuchen wir das mal zu matchen: „Verstehen und Beobachten“ passt zum Nutzungskontext verstehen und definieren. „Sichtweise definieren“ passt zu Anforderungen ableiten. „Ideen finden“ und „Prototypen entwickeln“ entspricht Gestaltungslösungen entwickeln. Und „Testen“ entspricht Evaluieren. Eigentlich entspricht Design Thinking also in ähnlichen Schritten auch dem menschenzentrierten Gestaltungsprozess. Die Idee dahinter ist bei beiden gleich: Ich verstehe erst mal, wo der oder die Nutzer:in herkommt, mache Research, entwickle auf Basis dieser Anforderungen eine Lösung, die ein echtes Bedürfnis befriedigt, und teste, ob das wirklich so ist. Das eine hat jetzt halt nur einen englischen neuen Namen bekommen, aber prinzipiell steht das schon seit Jahren in unserer Normenwelt, zum Beispiel in der ISO 9241. Also: Es ist gar nicht so viel neu, das Ganze wird nur in ein neues Gewand gepackt.

Ähnlich verhält es sich mit dem Double-Diamond-Prozess. Dabei ist „Diamond“ eine Art Darstellung, die – wie der Name schon sagt – aus zwei „Diamanten“ besteht. Die Idee dahinter ist, dass man von einem Problem ausgeht, also einer spezifischen Sache, dann den Blick öffnet und erst mal versteht, dann das Ganze wieder „zumacht“ und dadurch zu einer Definition des Problems kommt. Von dieser Problemdefinition geht man wieder auf in die Lösungsfindung, Prototypenentwicklung und testet diesen Prototypen dann wieder ganz gezielt, um am Ende zu einer Lösung zu kommen. Auch hier gilt wieder: Iterationen, sowohl innerhalb der beiden Diamanten als auch zwischen den beiden Diamanten. Im Grunde ist das auch nichts anderes. Es ist nur etwas „runtergedampft“ von den sechs Schritten im Design Thinking auf vier Elemente in zwei Diamanten. Und diese vier Elemente entsprechen ebenfalls den vier Schritten im menschenzentrierten Gestaltungsprozess. Es ist also eigentlich alles das Gleiche, worüber wir reden.

Vor allem ist es aber in erster Linie ein Mindset: nicht von der Lösung zu denken, sondern erst mal zu gucken, was überhaupt da ist. Was gibt es für ein Problem, ein Bedürfnis, eine Erfordernis, die es zu erfüllen gilt? Das steckt dahinter. Und wenn man sich dann Design Sprints und Design Labs anguckt: Das sind einfach Methoden, die auf der Design-Thinking-Idee basieren. Ganz konkret, zum Beispiel aus der Evaluation heraus: Die Idee daraus ist eine Methode wie der Usability-Test. Und so verhält es sich auch mit diesen ganzen Geschichten. Eigentlich ist also nichts neu an dem, was da gerade passiert: Es hat alles einfach nur neue Namen.

Welche Erfahrungen hast du mit Design Thinking gemacht? Hinterlass mir doch gerne einen Kommentar unten. Wenn dir dieses Video gefallen hat, freue ich mich über einen Daumen nach oben. Und falls du es noch nicht getan hast: Abonniere meinen Kanal, um nichts zu verpassen.

Barcamp

In Teams schlummern viele Ressourcen und oft gibt es zu wenig Gelegenheiten, diese sichtbar zu machen. Hier bietet sich das Barcamp als offenes Format an, bei dem alle Teilnehmenden eingeladen sind, Themen vorzuschlagen, Sessions zu gestalten und Wissen aktiv zu teilen. Für die Durchführung reicht ein halber Tag und die Einladung kann an alle Beteiligten der Schule gerichtet werden (Behörden, Hauswartung, Schulsozialarbeit, Betreuung, Elternvertretung usw.). Oft wird das Barcamp spontan an einer grossen Pinnwand organisiert: Dabei werden die Zettel mit den Sessions auf die Zeitslots verteilt, bis es für alle Teilnehmenden aufgeht. Ein digitales Tool wie das kostenlos zugängliche Barcamp-Tool von edutools.ch kann den Planungsprozess vereinfachen.

Weitere Informationen: BarCamp: Definition, Ablauf und Geschichte

Viele Menschen vor einer Pinnwand bei der Sessionplanung eines Barcamps
Sessionplanung eines Barcamps (Quelle: https://commons.wikimedia.org)
Zuerst wird gelernt

Damit ist die einfache Regel gemeint, dass jedes Arbeitstreffen mit einem «Traktandum 0» – dem Learning zum Einstieg beginnt. Während maximal fünf Minuten stellt ein Teammitglied eine neue Erkenntnis, eine Erfahrung, einen hilfreichen Software-Kniff, ein hilfreiches Feedback, ein Tool, ein Video, einen Artikel oder einen Podcast vor. Dies geschieht abwechslungsweise und die Learnings werden dokumentiert und allen zugänglich gemacht.

Visualisieren

Arbeitsschritte und Lernerfahrungen sind im Idealfall nicht nur in Textform abgebildet. Es hilft, wenn sie visuell aufbereitet werden, man sie vor Ort anschauen oder sie anfassen kann.

Visuelle Zusammenfassung eines Lernvorhabens


Dazu können nach Möglichkeit eigene Grafiken gezeichnet werden. Für die Suche nach einem geeigneten Symbol kann in der Google-Bildersuche nach Clipartbildern gesucht werden. Eine riesige Sammlung von Symbolen ist unter The noun Project zu finden.

Hier findest du Materialien und einen Onlinenkurs: Visualisieren mit Stift

Mit Lego, Playmobil oder selbst gebauten Exponaten lassen sich Abläufe «begreifen».

5 «Denkhüte» eines PICTS
Agile Retrospektiven

Zu jedem Lernprozess gehört es, am Ende wichtiger Etappen gemeinsam auf das Erreichte zurückzuschauen. Feste Routinen – nach Meilensteinen, an fixen Terminen im Jahr oder bei Projektende – stellen sicher, dass wichtige Erkenntnisse in der Hektik des Alltags nicht untergehen. Dazu gehört auch, dass die Ergebnisse dokumentiert werden, damit sie bei der Planung neuer Vorhaben in die Planung einfliessen. Auch hier helfen ansprechende Visualisierungen (siehe unten). Nicht jede Visualisierung passt zu jedem Projekt. Im Wesentlichen geht es dabei jedoch immer um diese drei Fragen:

  • Keep: Was behalten wir bei? Wie tun wir das?
  • Change: Was verändern wir? Worin besteht diese Veränderung?

  • Stop: Was vermeiden wir in Zukunft?

Layoutvorlagen:

Acht Layouts agile Retrospektiven

Download der Layoutvorlagen:

Zur Vertiefung

Wenn du wissen möchtest, wie du kollaborativ arbeiten kannst findest du im Modul «Online Kommunikation & Online Kooperation» im Kapitel Online zusammenarbeiten weitere Informationen.