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Lernen mit KI-Tools

KI-Tools weisen im Hinblick auf Lerneffekte widersprüchliche Effekte auf. Wird mithilfe von KI das Lernen abgekürzt, etwa indem das Tool direkt die fertige Lösung vorlegt, besteht die Gefahr, dass eine vertiefte inhaltliche Auseinandersetzung ausbleibt. Quellen

Werden KI-Tools hingegen zur aktiven Auseinandersetzung mit den Lerninhalten eingesetzt, indem Lernende beispielsweise einen Chatbot über den Inhalt befragen und bei Unklarheiten nachhaken, kann sich dieses Vorgehen durchaus positiv auf das Lernen auswirken. Quellen

Dieses gemeinsame Lernen mit einem Sprachmodell wird oft als „sokratischer Lehrstil“ bezeichnet: Das Modell gibt nicht direkt die Lösung vor, sondern versucht, die Vorkenntnisse des Lernenden zu eruieren und ihn an die Hand zu nehmen, um die Lösung gemeinsam zu erarbeiten. Um das zu ermöglichen, stellt das Modell Fragen, um sich der Lösung schrittweise anzunähern. 

Bei ChatGPT lässt sich dieser sokratische Lernmodus unter „Studieren und Lernen“ aktivieren, bei Gemini heisst er „Lernhilfe“. Auch diese Lernmodi können Fehler und Unschärfen generieren, weshalb ein Faktencheck stets fester Bestandteil der Arbeitsroutine bleiben muss.  

"Studieren und Lernen"-Modus in ChatGPT
"Lernhilfe"-Modus in Gemini

Einen Lerncoach selbst konfigurieren 

Jeder Chatbot kann durch ein sogenanntes Priming – also eine Rollen- und Kontextvorgabe im ersten Prompt – für eine bestimmte Aufgabe, wie z. B. als personalisierter Lerncoach, eingerichtet werden. 

Beispielprompt für einen Sprachcoach: 
„Meine Muttersprache ist Deutsch und ich möchte mit dir Französisch lernen (Niveau A2). Bitte antworte in einfachen Sätzen, stelle immer nur eine Frage und übe mit mir Alltagsgespräche.“ 

Beispielprompt für einen universellen Lerncoach: 
„Du bist eine berühmte historische Persönlichkeit. Ich bin ein Zeitreisender und möchte mich mit dir über dein Leben zu deiner Zeit unterhalten.“ 

Aktivität: Eigenen Lerncouch konfigurieren

Eröffne einen neuen Chat (beispielsweise bei ChatGPT: https://chatgpt.com/) und nutze ein Priming für dein eigenes Lernen. Du kannst einen der obigen Beispielprompts nach deinen Bedürfnissen abändern. 

Bots fürs Lernen vorprompten 

Bots lassen sich für sich selbst oder für Lernende vorprompten. Anstatt jedes Mal neu zu konfigurieren, können Bots fürs Lernen vorbereitet und per Link geteilt werden. Zur Vorbereitung gehören folgende Schritte: Den Bot neu erschaffen und benennen, ihn mit Instruktionen zum Lehr-/Lernsetting befüllen („Du bist ein Lerncoach, die Lernenden haben Vorkenntnisse auf dem Level XY. Du legst nicht gleich die Lösungen vor, sondern hilfst den Lernenden, die Lösung selbst zu finden.“) und bei Bedarf mit Fachliteratur ergänzen (z. B. PDFs oder Links zum Thema hochladen). 

Es gibt folgende Optionen, um einen Bot vorzuprompten: 

  • Kostenlose Option bei Perplexity AI: Unter „Spaces“ kann ein Bot mit Quellen und Instruktionen vorgepromptet und per Link geteilt werden. Hierfür ist für die Lernenden kein Login erforderlich. In diesem Erklärvideo werden die Schritte aufgezeigt: Link zum Video 
  • Bei ChatGPT:  In der Bezahlversion lässt sich ein Bot vorprompten, indem man ein „Custom GPT“ erstellt, mit Fachliteratur befüllt, Instruktionen hinterlegt und per Link teilt (Login erforderlich).