Anouk Koch ist Dozentin für Erziehungswissenschaften an der Pädagogischen Hochschule Graubünden in Chur und unterrichtet auf Italienisch und Deutsch. Im Interview mit Caspar Noetzli berichtet sie, wie sie die Lernmodule von digibasics im Modul «Medienbildung» einsetzt.
Eine Nutzungsgeschichte zum Hören
Transkript
digibasics-Nutzungsgeschichten. Bei mir heute zu Gast ist Anouk Koch. Anouk, wer bist du?
Danke für die Einladung zu diesem Interview. Ich bin Dozentin oder PHGR in Chur, arbeite zweisprachig, italienisch und deutsch, im Bereich Erziehungswissenschaften und bin für das Modul Medienbildung zusammen mit Rico Puchegger verantwortlich. In diesem Bezug konfrontieren wir uns intensiv mit den Digibasics und arbeiten damit.
Und wie und mit welchem Ziel habt ihr oder hast du digibasics an der PH Graubünden eingesetzt?
Wir brauchen insbesondere als Leitfaden des Moduls «Einblicke in die Mediendildung». So als Grundlage, die wir einerseits mit ihnen thematisieren, aber ihnen auch sagen, dass sie, wenn sie etwas mehr möchten, gerne über die digibasics vertiefen dürfen. Und wir machen im ersten Teil des Moduls eine Anwendungskompetenz-Aufbau, das nennen wir Skills Lab.
Innerhalb des Skills Lab haben wir immer wieder das Modul zu den «Anwendungskompetenzen Video, Audio, Bild, Präsentation, Text» verlinkt. Dort sollen die Studentinnen und Studenten vor allem den Selbsttest machen, als Start, um zu schauen, wo sie überhaupt stehen. Danach können sie schauen, ob sie im digibasics ein Vertiefungs-Lernmodul machen wollen oder sie gehen auf weitere Angebote, die erweiterte Anwendungskompetenzen anbieten.
Welche Erfahrungen hast du gemacht beim Einsatz von Digibasics mit deinen Studierenden?
Sicher, dass es ein gutes Werkzeug ist, um das Angebot zu differenzieren. V.a. mit den Selbsttests. Sie können selbst gesteuert oder selbst organisiert an diesen Modulen weiterarbeiten.
Auf der Ebene der Grundlagen ist es ein Angebot, an das sie gut anknüpfen können, wo auch relevante Themen vorhanden sind, die sie später in den Beruf brauchen. Was wir jetzt auch gesehen haben, sind v.a. engagierte Studentinnen und Studenten, die, sobald sie die Plattform kennen, auch selbst an diesen Modulen weiterarbeiten. Das sind Dinge, die wir nicht explizit thematisieren.
Es gibt wohl nicht viele Dozierende in der Schweiz, die gleichzeitig mit der deutschsprachigen und der italienischensprachigen digibasics-Version arbeiten. Gibt es da Unterschiede?
Es ist mehr auf meiner Seite. Ich plane teilweise auf Deutsch und mache diese Module. Es ist nicht immer genau gleich. Das ist ein Learing für mich, bevor ich es auf Italienisch übertrage, dass ich nochmals reingehe. Ich schaue genau, ob es aktualisiert ist, ob es genau dasselbe aussagt oder ob es sich differenziert. Sonst kann man grundsätzlich viele Dinge, wo man sieht, dass es Übersetzungen sind, die man gut auch im italienisch sprechenden Kontext einsetzen.
Recherche ist ein Kapitel an sich. Es ist ein Kapitel, in dem sich auch die Tradition und die Kultur der Recherche ein wenig unterscheidet. Sonst kann ich grundsätzlich recht gut parallel arbeiten.
Was würdest du als Highlight von Digibasics für dich bezeichnen?
Highlight von Digibasics … … sind sicher die Grundlagen, die einfach, kompakt, online zur Verfügung stehen.
Sie sind auch angemessen für das Zielpublikum Studierende formuliert. Und sie sind auch stark praxisrelevant. Es gibt immer wieder Bezüge. Wie könnte ich es mit Schülern machen? Wie sieht es in der Praxis aus? Wir sind im ersten Studienjahr und die Studierenden sehen einfach auch die Wichtigkeit und können es besser nachvollziehen.
Gibt es auch Stolpersteine?
Teilweise sind die Selbsteinschätzungen ziemlich lang. Und wenn sie wirklich seriös daran arbeiten, brauchen sie recht viel Zeit. Wenn man es im Modul selber, also in Präsenzzeit an den Lernmodulen auf Digibasics arbeiten will, arbeiten sie ganz lange an den Selbstbeurteilungen. Sie kommen dann eigentlich nicht in den Kompetenzaufbau. Das ist schon ein Stolperstein.
Der zweite Stolperstein ist ebenfalls sprachlich. In der italienischen Version hat immer wieder auch Typfehler, aber auch Sätze, die von Kohärenz her nicht mehr ganz stimmen. Wir haben fleissig gesammelt und werden auch noch eine Mail vorbereiten, weil die Studierenden die Unstimmigkeiten einfach sehen und dann fragen, wie es weitergeht oder was das genau heisst. Da könnte man noch ein wenig Energie investieren.
Wie geht es für dich weiter mit digibasics an der PH Graubünden?
Wir sehen digibasics sicher als Ressourcen und werden sie sicher innerhalb der Medienbildung weiterhin brauchen, nutzen und je nachdem auch ausbauen. Eine Überlegung ist wirklich, wann die Studierenden die Selbstbeurteilungen machen. Platzieren wir sie im Selbststudium ausserhalb des kursorischen Unterrichts, sodass wir Zeit im Unterricht für anderes investieren können?
Das Recherche-Modul auf Deutsch wurde ja neu konzipiert. KI wird integriert. Das haben wir jetzt auch in ein anderes Modul eingebaut und haben das auch den Dozierenden zur Verfügung gestellt als Einstieg in die KI-gestützte Recherche.
Das sind zwei Entwicklungspunkte, die ich gerade so sehe. In anderen Modulen ist der Einsatz im Moment nicht wirklich angedacht, aber in der Medienbildung wird es weiterhin Bestandteil bleiben.
Wenn du zum Schluss noch etwas für digibasics wünschen dürftest, was wäre das?
Ich finde es schon ein super reichhaltiges Tool. Ich glaube, wichtig ist, dass man am Ball bleibt, dass die neuen Entwicklungen kontinuierlich aktualisiert werden. Die KI ist und wird Bestandteil unserer Generation sein oder unserer Gesellschaft. Das ist sicher ein Punkt, der wie ausbaufähig wäre. Sonst finde ich, so, wie es ist, ist es thematisch super aufgestellt.
Herzlichen Dank, Anouk Koch, für das Interview und für deine Nutzungsgeschichte von digibasics.
digibasics als roter Faden im Modul «Medienbildung»
Im Modul «Medienbildung» im ersten Studienjahr dient das digibasics-Lernmodul «Einführung in die Medienbildung» als roter Faden: Es liefert Inputs für den Unterricht und dient den Studierenden zur selbstständigen Vertiefung. Zudem erweitern die Studierenden gezielt ihre Anwendungskompetenzen – mit den Lernmodulen zu Video, Audio, Text, Fotografie und Präsentation.
Selbsteinschätzung als Ausgangspunkt
Zentral ist dabei die Arbeit mit den Selbsteinschätzungen: Die Studierenden bestimmen ihren Kompetenzstand und entscheiden auf dieser Grundlage, ob sie direkt auf digibasics vertiefen oder mit weiterführenden Angeboten auf höherem Niveau arbeiten. digibasics ermöglicht so eine wirksame Differenzierung – die Studierenden arbeiten selbstorganisiert, auch von zu Hause aus, an dem, was sie tatsächlich brauchen.
Praxisbezug für Studierende im ersten Studienjahr
Als besondere Stärke von digibasics nennt Anouk Koch den durchgängigen Praxisbezug: konkrete Beispiele und Hinweise, wie sich die Inhalte später mit Schülerinnen und Schülern umsetzen lassen. Gerade Studierenden im ersten Studienjahr, denen die Unterrichtserfahrung noch fehlt, helfen diese Bezüge, die Relevanz der Themen für ihre künftige Rolle als Lehrperson zu erkennen.
Zwischen zwei Sprachen
Eine Besonderheit ihres Einsatzszenarios ist die Zweisprachigkeit: Die Dozentin bereitet ihre Lehrveranstaltungen häufig auf Deutsch vor und prüft vor dem Einsatz in der italienischsprachigen Ausbildung, ob die Inhalte beider Sprachversionen übereinstimmen. Dabei zeigen sich teilweise inhaltliche Unterschiede – etwa im Lernmodul «Recherche», wo auch unterschiedliche Recherchekulturen eine Rolle spielen dürften.
Autor:innen: Caspar Noetzli (PH Zürich) & Anouk Koch (PH Graubünden)
20.08.2026
Zur Vertiefung
- Pädagogische Hochschule Graubünden
- digibasics Lernmodul «Einblicke Medienbildung»
- digibasics Lernmodul «digitale Recherche»
- Link zur italienischen Version von digibasics
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