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Strukturen im digitalen Lehr-Lernraum gestalten

Strukturen definieren die Rahmenbedingungen für Lehr- und Lernaktivitäten in digitalen Umgebungen. Sie betreffen sowohl zeitliche und räumliche Aspekte als auch Kommunikationsformen und Leistungsanforderungen. Eine klare Struktur entlastet Lernende und Lehrende, weil Erwartungen transparent und nachvollziehbar sind.

Zeitstruktur

Ein zentraler Bestandteil ist die Zeitstruktur. Digitale Lernangebote sind dann besonders wirkungsvoll, wenn die Abfolge von synchronen und asynchronen Aktivitäten geplant und für alle Beteiligten nachvollziehbar ist. Verbindliche Zeitfenster für die Veröffentlichung von Aufgaben, klare Deadlines und feste Rückmeldezyklen unterstützen den Überblick und fördern selbstverantwortliches Arbeiten. Asynchrone Lernphasen benötigen Verlässlichkeit ebenso wie Live-Sitzungen, daher empfiehlt es sich, regelmässige Rhythmen festzulegen.

Räumliche Struktur

Auch räumliche Strukturen sind wichtig. Digitale Lehr-Lernsettings bestehen meist aus einer Kombination von virtuellen Arbeitsräumen, selbstgesteuerten Räumen zu Hause oder im Büro sowie gegebenenfalls physischen Präsenzphasen. Lernende müssen erkennen können, welche Lernaktivitäten wo stattfinden sollen und welche technischen Zugänge benötigt werden. Bei der Gestaltung digitaler Lernräume ist es sinnvoll, den Charakter der jeweils vorgesehenen Aufgaben zu berücksichtigen. Austauschintensive Aktivitäten profitieren oft von synchronen Tools, während vertiefende Einzelarbeiten problemlos asynchron organisiert werden können.

Kommunikation

Die Organisation der Kommunikation stellt eine weitere strukturelle Dimension dar. Klare Absprachen, welcher Kanal für welche Art von Information genutzt wird, reduzieren Unklarheiten. Dazu gehören etwa:

  • ein zentraler Ort für Kursinformationen,
  • definierte Antwortzeiten auf Fragen,
  • regelmässige Veröffentlichungszeitpunkte für Lernmaterialien oder Aufgaben.

Leistungsanforderungen

Schliesslich sollten Leistungsanforderungen frühzeitig festgelegt werden. Digitale Settings erfordern transparente Kriterien, damit Lernende wissen, welche Aufgaben prüfungsrelevant sind, bis wann Ergebnisse eingereicht werden müssen und wie Feedback erfolgt. Klare Regeln zum Umgang mit Überarbeitungen, technischen Schwierigkeiten oder Gruppenleistungen erhöhen die Fairness und verbessern die Qualität der Bearbeitung.

Beispiel Lea

Lea verbindet in ihrer Lehrveranstaltung asynchrone Arbeitsphasen mit gemeinsamen Präsenzterminen. Damit die Studierenden jederzeit wissen, was zu tun ist, macht sie die zeitlichen, räumlichen und kommunikativen Strukturen von Beginn an transparent.

Zeitstruktur
Jede Lernphase folgt demselben Rhythmus. Die Studierenden erhalten den Arbeitsauftrag jeweils eine Woche vor dem Präsenztermin. Bis zum festgelegten Abgabetermin analysieren sie einen Unterrichtsentwurf selbstständig. In der Präsenzveranstaltung werden die Ergebnisse verglichen und weiterentwickelt. Lea gibt innerhalb von fünf Arbeitstagen Rückmeldung.

Räumliche Struktur
Materialien, Aufträge und Abgaben sind zentral auf der Lernplattform zugänglich. Die individuelle Analyse erfolgt ortsunabhängig. Für Diskussionen und gemeinsame Entscheidungen treffen sich die Studierenden in Präsenz. Die anschliessende Überarbeitung findet in einem gemeinsamen digitalen Dokument statt.

Kommunikation
Organisatorische Informationen veröffentlicht Lea ausschliesslich über die Lernplattform. Für fachliche Fragen steht ein Kursforum zur Verfügung. Persönliche Anliegen werden per E Mail geklärt. Lea informiert die Studierenden zudem darüber, innerhalb welcher Frist sie auf Fragen antwortet.

Leistungsanforderungen
Zu Beginn legt Lea offen, welche Aufgaben verpflichtend sind, wie der Leistungsnachweis aufgebaut ist und nach welchen Kriterien die Unterrichtsentwürfe beurteilt werden. Auch die Möglichkeiten zur Überarbeitung und der Umgang mit technischen Schwierigkeiten sind geregelt.

Die klaren Strukturen geben den Studierenden Orientierung und ermöglichen ihnen, ihre Lernprozesse selbstständig zu planen.