Die intrinsische kognitive Belastung ergibt sich aus dem Schwierigkeitsgrad eines Themas und dem vorhandenen Vorwissen. Wenn SuS mit vielen neuen Begrifflichkeiten konfrontiert werden, aber nur über wenig Vorwissen verfügen, dann steigt die intrinsische kognitive Belastung.
Hier hilft uns das Prinzip des Segmentierens, um die intrinsische kognitive Belastung zu optimieren: Menschen lernen besser mit multimedialen Inhalten, wenn sie in lernenden-gerechten Segmenten präsentiert werden.
Dieses Prinzip erklärt auch, warum mehrere kurze Videos besser fürs Lernen sind als ein langes Video. Videos sind fantastisch zum Lernen, haben aber einen grossen Nachteil gegenüber Texten: Man muss sie linear anschauen. Bei Texten ist das nicht der Fall. In der Regel haben Texte mehrere visuelle Anker, die uns helfen, unsere Aufmerksamkeit zu lenken. Dazu zählen Titel, Untertitel, Diagramme, Bilder mit Bildunterschriften, fett hervorgehobener Text, Kästen und viele weitere Elemente. Den Text können wir zunächst überfliegen und dann die Teile genauer lesen, die unsere Aufmerksamkeit geweckt haben.
Diese Autonomie, unsere Aufmerksamkeit selektiv zu steuern, haben wir bei Videos nicht. Was wir jedoch tun können, ist, lange Videos in kürzere Teile zu unterteilen. Idealerweise achtest du bereits bei der Planung bzw. beim Schreiben des Drehbuchs darauf, dass die Videos möglichst kurz sind und jeweils einen aussagekräftigen Titel erhalten. Wenn dir das gelingt, hilft es den Lernenden, ihre Aufmerksamkeit zu steuern, besonders, wenn sie sich ein Themengebiet noch einmal anschauen möchten.
Das Prinzip des Segmentierens gilt natürlich nicht nur für Videos, sondern auch für das Lesen von Texten, das Zuhören bei Vorträgen oder das Lösen von Aufgaben.