E3. Mediatisierung in der Gesellschaft – digibasics
Version 1.0
Prototyp zur Erprobung

E3. Mediatisierung in der Gesellschaft

Zugang zu Informationen

Bea ist erstaunt, ist doch die Influencerin des beliebten Duftes tausende Kilometer entfernt. “Zu meiner Zeit wäre das gar nicht möglich gewesen.”, denkt Bea. “Wir konnten nicht so einfach Kontakte knüpfen, mit Menschen, die nicht in unserer Nähe lebten.» Sie erinnert sich an ihr Studium und an Urie Bronfenbrenners ökologisches System der fünf Kräfte, die unser Leben beeinflussen. Bronfenbrenner weist darauf hin, dass sich das Umfeld der Kinder sowohl von der Anzahl Personen wie auch von den räumlichen Distanzen her mit steigendem Alter laufend erweitert. 
 
Im Sprouts-Video (0:37 bis 1.27) wird das ökologische System nach Bronfenbrenner kurz und knapp erklärt. 


Video: Das ökologische System nach Bronfenbrenner – Sprouts-Video 

Die fünf Kräfte im Überblick

Das Mikrosystem besteht aus der Familie und Freunden, die direkt auf das Kind einwirken. 

Das Mesosystem beschreibt die Kräfte der Verbindungen zwischen den Menschen im Umfeld des Kindes, Eltern mit Lehrern und Lehrer, mit Gleichaltrigen. 

Das Exosystem bildet sich aus Verbindungen zwischen sozialen Umfeldern, die das Kind nicht direkt betreffen. Der Vater mit seinem Chef, die Gleichaltrigen mit ihren Eltern und der Lehrer mit dem Schulleiter. 

Das Makrosystem ist die übergreifende Kultur, die Religionen und die sozialen Normen, die alle anderen Systeme beeinflussen. 

Das Chronosystem ist die Veränderungen im Laufe der Zeit innerhalb und zwischen den verschiedenen Ebenen. Z.B. wie sich die Beziehungen im Laufe der Zeit entwickeln oder wie sich gesellschaftliche und kulturelle Faktoren im Laufe der Zeit verändern. 

Auf eine Person wirken unterschiedliche Personen, Informationen, Gegebenheiten etc. ein. Bei der Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen vergrössert sich der Radius stetig.  

Bild: Veränderter Screenshot aus Sprouts-Video

Dank dem Internet (nachfolgend symbolisch in Grün dargestellt) treten die ersten vier Kräfte, die unser Leben beeinflussen also nicht mehr in ihrer traditionellen Reihenfolge auf, sondern sie sind quasi immer und überall da. So machen Kinder je nachdem Erfahrungen, die nicht unbedingt geeignet sind für ihr Alter und ihren Entwicklungsstand.

Wenn wir berücksichtigen, seit wann das Internet der breiten Bevölkerung und damit auch sehr jungen Kindern die Möglichkeit bietet mit weit entfernten Menschen ganz einfach interaktiv und multimedial zu kommunizieren, ist klar, dass Bea eine ganz andere Mediensozialisation erfahren haben muss, als die Kinder im Schwimmbad. Wenn Bea als Lehrerin mit ihren Schüler:innen arbeitet, sollte sie nicht nur von ihren eigenen Erfahrungen ausgehen. 

Denkaufgabe 1:

Welche technischen Möglichkeiten hat das Internet geboten, als du in der Primarschule warst? Wie war das bei dir? Wie hast du die Möglichkeiten des Internets genutzt? Welche Bedeutung hatten diese Möglichkeiten für dich? Was durftest du damit machen – Zuhause und in der Schule? 

Denkaufgabe 2:

Konsultiere im Modullehrplan Medien und Informatik des Lehrplan21 den Abschnitt «Bedeutung und Zielsetzungen«. Lies die Texte zu den vier Perspektiven (Lebenswelt-, Berufs-, Bildungs- und Lehr-/Lernperspektive) durch. Wo kann dir deine persönliche Mediensozialisation hilfreich sein? Wo siehst du für dich Vertiefungsbedarf?